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Ein Hof voller Narren – Die Bergsträßer Heimatbühne gastiert in Rippenweier

15. Januar 2018 | Von

Wilde Geschichten, die auf einem Bauernhof passieren, das passt doch in den Odenwald. Deshalb lud der Verein zur Förderung des Feuerwehrwesens in Rippenweier e.V. zusammen mit der „Bergsträßer Heimatbühne“ zum 20. Mail zum heiteren Theaternachmittag in der Keltensteinhalle ein. Vor nahezu ausverkauftem Haus präsentierten sich die Schauspieler um den Regisseur Jürgen Gustke in Hochform. Viele Helfer des Fördervereins hatten wieder für einen gemütlichen Rahmen, mit Kaffee und Kuchen, sowie deftigen Käse- und Wurstplatten gesorgt. So konnten die Gäste gut gestärkt dem Schauspiel in 3 Akten von der Autorin Winnie Abel folgen. An dieser Stelle geht ein herzlicher Dank an alle Beteiligten.

 

Jungbauer Jonathan Dippelmann (Michael Krämer) fegte unter süßen musikalischen Klängen und Vogelgezwitscher den Vorhof seines Bauernhofes. Plötzlich kam ein junger Mann, mit rosa Hemd und etwas extravagantem Auftreten auf ihn zu, und man erkannte sofort, dass die beiden ein homosexuelles Paar bildeten. Detlef (Oliver Hildenbeutel) passte so gar nicht auf einen Bauernhof, denn der Gestank der Tiere und die Atmosphäre gingen ihm gewaltig auf die Nerven. Aber was macht man nicht alles aus Liebe. Seinem Freund Jonathan empfahl er, sich dringend zu outen, was dieser ablehnte, denn seine Mutter würde ihn sicherlich enterben und er hängt doch so an seinem Bauernhof.

 

Nach dem Verschwinden von Detlef und einem kurzen Auftritt der Mutter Ruth (Erika Hölzel), die sich wunderte, was da so penetrant nach Parfüm stinkt, traten die polnische Krankenpflegerin Irena (Stephanie Hildenbeutel) und der schwerhörige, im Rollstuhl sitzende Opa Erwin (Jürgen Gustke) auf die Bildfläche. Irena machte Opa, der immer etwas anderes verstand als gesagt wurde, und somit für viele Lacher sorgte, klar, dass sie bald wieder für 3 Monate nach Polen müsse, weil ihr Visa ausläuft und sie keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung habe. Doch Opa wollte Irena gerne behalten.

 

Mit seiner Schwester Esther (Sandra Hölzel) lag Jonathan allerdings im Clinch und es kam immer wieder zu Auseinandersetzungen und Streitereien zwischen den Beiden. Während Jonathan den Bauernhof  zu einen Bio – Bauernhof nach ökologischen Richtlinien ausbauen wollte, war Esther voll und ganz der Überzeugung, wenn sie den Hof bekäme, dass sie Massentierhaltung mit Geflügel betreiben konnte.

 

Damit der Streit endlich zwischen den beiden aufhört, beschloss die Mutter zu einem kleinen Wettbewerb aufzurufen. „Derjenige, der als Erstes heiratet, soll den Hof bekommen!“, verkündete sie beim Mittagskaffee. Jetzt kam Jonathan in die Predullie, denn wie und woher sollte er so schnell eine Braut herbekommen. Damit er eindeutig einen Vorteil hatte, rutschte ihm heraus, dass er bereits einen Geliebten äh eine Geliebte hatte, und die Mutter drängte darauf, dass er die Dame ihr einmal vorstellen solle. Auch Esther wartete hämisch grinsend darauf, wer das wohl sein könnte.

 

Also machte Jonathan Irina bei nächster Gelegenheit das Angebot ihn zu heiraten und sie willigte nach einigem Zögern ein. So kümmerte sich Jonathan schnell um die Angelegenheit und erreichte einen Hochzeitstermin auf dem Standesamt schon bereits am folgenden Tag, um seiner Schwester auf alle Fälle zuvor zu kommen.

 

Knecht auf dem Hof war der, am Tourette-Syndrom leidende, Hannes (Jürgen Mohr), der ein Auge auf die hübsche Irena geworfen hatte, es aber ihr nicht zu sagen traute, da er immerzu „Hühnerkacke“ rufen musste.

 

Nun war es Zeit für Jonathan seiner Familie Irena als Verlobte vorzustellen und alle waren höchsterstaunt. Auch dass der Hochzeitstermin so zeitig war. Bäuerin Ruth bestand darauf, dass Irenas Mutter zu der Zeremonie aus Polen kommt, denn welches Mädchen heiratet schon ohne die eigene Mutter. Irena wollte aber nicht, dass ihre Mutter nach Deutschland kommt und so standen sie und Jonathan vor dem nächsten Problem.

 

Doch auch hier gab es eine Lösung. Jonathans Freund Detlef hatte in der Nachbarschaft eine ältere Polin, welche die Mutter für den Tag spielen könnte. So beschloss man diese zu bitten, diese Rolle zu übernehmen. Am kommenden Morgen hatten sich alle, bis auf Opa, in Schale geworfen und warteten auf Irinas Mutter, ohne die ja die Hochzeit nicht stattfinden konnte. Und da kam sie. Wer allerdings genau hinschaute, der entdeckte Detlef in der Maske der Mutter.

 

Als nun alle gemütlich beim Festtagskaffee saßen, schmeichelte sich Detlef als Mutter von Irina bei der Familie ein. Auffallend waren dabei die hohen, roten Lackschuhe in denen es als Mann fast eine Strafe war zu gehen. Nach dem Kaffee wurde abgeräumt und die Gelegenheit war günstig, dass sich Irina und Knecht Hannes etwas näher kamen. Allerdings wurden sie von der neidischen Esther beobachtet – Hühnerkacke!

 

Um die Komplikationen noch weiter auszubauen, kam eine ältere Frau (Marietta Gustke) auf den Hof und Irena fiel vor Schreck das Herz in die Hose. Dem Aufschrei „Mutter“ war zu entnehmen, dass es nun richtig rund gehen würde.

 

Nach vielen Verwicklungen und nach fast 3 Stunden des Lachens stellte sich heraus, dass es Ruth völlig egal war, dass ihr Sohn einen Mann liebt und sie meinte, dass er den „Verrückten“ ruhig heiraten soll, sie habe sich in der Zwischenzeit so an ihn gewöhnt. Auch sollte er, zu aller Verwunderung von Esther, den Hof behalten, und seine Schwester sollte ihm dabei helfen oder sie sollte ausbezahlt werden.

Auch Detlef hatte eine kleine Bedingung, denn er wollte eine Scheunen-Bar aufmachen und Ruth bot sich gleich als Bedienung an.

 

Doch wenn sich Jonathan von Irena scheiden lassen musste, damit er seinen Detlef heiraten konnte, stand Irena wieder alleine da, und wieder ohne Aufenthaltsgenehmigung. Doch da stand Hannes auf dem Programm, der ja Irena liebte und sie vom Fleck weg heiraten wollte. Und auch der Opa bekam Aufwind, denn die für ihn attraktive Natalia war gerade richtig für eine weitere Lebensgemeinschaft. So waren ‚fast’ alle glücklich und zufrieden, bis auf Esther, die nun woanders ihr Glück suchen musste.

 

Der lang anhaltende Applaus zeugte davon, dass der Auftritt der „Bergsträßer Heimatbühne“ auch in diesem Jahr wieder sehr gut angekommen war. Und der Verein zur Förderung des Feuerwehrwesens Rippenweier bedankte sich gerne bei den Akteuren vor und hinter der Bühne mit einem kleinen Blumen- und Weingruß. Ein großer Dank geht auch an die vielen Helfer und Kuchenspender.

Wir freuen uns auf das nächste Jahr, wenn es dann zum 21. Mal heißt: Vorhang auf für die „Bergsträßer Heimatbühne“!

 

Text: Amica  Weygoldt