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Zugunglück fordert Helfer der Region

16. Oktober 2008 | Von

Feuerwehrsanitäter aus Birkenau und Weinheim waren die ersten Helfer vor Ort. Donnerstagmittag 14.59 Uhr bei der Leitstelle geht ein Notruf ein, Pkw kontra S – Bahn. Daraufhin alarmiert die Leitstelle Feuerwehrsanitäter aus Birkenau und Weinheim waren die ersten Helfer vor Ort. Donnerstagmittag 14.59 Uhr bei der Leitstelle geht ein Notruf ein, Pkw kontra S – Bahn. Daraufhin alarmiert die Leitstelle neben dem Rettungsdienst auch die Helfer vor Ort oder englisch First Responder Gruppen der Feuerwehr Weinheim und der Feuerwehr Birkenau. Diese treffen auch als erstes an der Unglücksstelle ein. Vor Ort bildet sich den Feuerwehrsanitätern ein Bild des Grauens. Überall sitzen oder liegen Verletzte Personen. Einem läuft Blut übers Gesicht, dem anderen steckt ein großer Glassplitter im Oberschenkel. Tatsächlich kam es an einem unbeschrankten Bahnübergang zur Kollision zwischen Pkw und S – Bahn, aber auch ein weiterer Zug der deutschen Bundesbahn ist betroffen. Die Feuerwehrsanitäter verschaffen sich einen ersten Überblick und stellen fest, dass es bei dem Unfall mindestens 10 zum Teil schwerstverletzte und eingeklemmte Personen gibt. Nach der Lagemeldung an die Leitstelle wird klar, das es sich hier um ein sehr schweres Unglück handelt, und eine umfangreiche Nachforderung an Hilfskräften gestartet. Eine Katastrophe, die hoffentlich nie Wirklichkeit aber zur Ausbildung für angehende leitende Notärzte an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal organisiert wurde. Über 200 Einsätzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Notfallseelsorge aus verschiedenen Regionen Baden Württemberg nahmen an dieser realitätsnahen Übung. Eine Übung, die nicht nur der Ausbildung für leitende Notärzte dient, sondern auch die Rettungskräfte für Großschadenlagen sensibilisiert. „Eine Übung in diesem Ausmaß ist nicht alle Tage möglich und erfordert eine logistische Herausforderung für alle Beteiligten“, so Mitorganisator und Mitglied der Weinheimer Feuerwehr Dr. Arndt Bublitz. Für die Feuerwehrsanitäter selbst ist diese Übung natürlich auch eine Herausforderung, können jedoch jederzeit zur bitteren Realität werden. Nach der Erkundung übernahmen die Feuerwehrsanitäter aus Birkenau und Weinheim die Erstversorgung der Verletzten. Nach und nach rückten weitere Rettungswagen aus den Land und Stadtkreisen Rhein – Neckar, Karlsruhe, Bergstraße, Mannheim und Ludwigshafen nach. Während der weiteren Lageerkundung durch Feuerwehreinheiten aus Bruchsal, Ladenburg und Walldorf sowie des Rettungsdienst stellte sich heraus, dass es über 50 leicht bis schwerverletzte und auch eine bislang unbekannte Anzahl von Toten gegeben hatte. Die Mimen, waren entsprechend geschminkt und hatten verschiedene Arten von Verletzungen, die von den Rettungskräften in Zusammenarbeit mit den Notärzten entsprechend behandelt werden mussten. Emotional wurden die Retter auf eine harte Probe gestellt, den die Mimen schrieen natürlich durch ihre angenommen Schmerzen, weinten oder suchten nach ihren Angehörigen. „Bei solchen Einsätzen, kann es einem eiskalt den Rücken runterlaufen, trotzdem muss man einen kühlen Kopf behalten und genau aus diesem Grund machen solche Übungen auch Sinn, damit man im Realfall nicht die Nerven verliert“, so Lars Himmel von der Feuerwehr Birkenau. „Gerade in der Erstphase der Übung, konnte man feststellen, dass die Feuerwehrsanitäter als Voraushelfer durchaus Sinn machen und keine Konkurrenz zum Rettungsdienst, sondern eine sinnvolle Ergänzung darstellen“ zog Sascha Schollenberger von den Weinheimer Feuerwehrsanitätern sein Resümee der Übung. Hand in Hand arbeiteten Feuerwehr und Rettungsdienst um die zum Teil schwersteingeklemmten Mimen aus den Wracks zu schneiden. Auch die anderen Teilnehmer waren mit der Übung zufrieden und werden mit Sicherheit auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein. Gegen 17 Uhr wurde die Übung beendet und eine abschließende Manöverkritik durchgeführt, die durchweg positiv ausfiel. Zum Abschluss trafen sich die Feuerwehrsanitäter aus Weinheim und Birkenau noch zu einem gemeinsamen Gruppenfoto was nicht nur der Erinnerung dient sondern auch für die Verbundenheit steht. Den nicht nur bei der Übung arbeiteten die beiden Feuerwehren Hand in Hand. Auch die monatliche Ausbildung findet seit Jahren grenzübergreifend statt.