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Viel später ist trotzdem kurz

18. Oktober 2008 | Von

Ein Airbag ist schneller als ein Wimpernschlag. Wer Leben retten soll, muss schnell sein. Sehr schnell. Airbags sind schneller, als wir gucken können. So brauchen Airbags, wie sie am Fraunhofer Instit „Ein Airbag ist schneller als ein Wimpernschlag. Wer Leben retten soll, muss schnell sein. Sehr schnell. Airbags sind schneller, als wir gucken können. So brauchen Airbags, wie sie am Fraunhofer Institut für Chemische Technologie ICT entwickelt werden, nur wenige Millisekunden, um sich aufzublasen. Die Information erhält der Luftsack von feinsten Sensoren, die in der Karosserie versteckt sind. Sie geben ihm das Signal „“Aufblasen““ sobald eine bestimmte Beschleunigung unterschritten wird. Dann geht alles ganz schnell: Zuerst – und zwar innerhalb von zwei bis drei Tausendstel Sekunden! – reagieren Sensoren, die mit den Sicherheitsgurten verbunden sind: Fahrer und Beifahrer werden per Gurtstraffer auf ihrem Sitz zurechtgerückt. Dann schießen Luftsäcke mit 50 bis 70 km/h aus Lenkrad oder Türen. Vom Aufprall bis zum Zeitpunkt, da die Airbags prall gefüllt sind, sind gerade einmal fünfzehn Millisekunden vergangen: Weniger Zeit als der Mensch für einen Wimpernschlag benötigt. Für das schnelle Aufblasen der Luftkissen sorgt Chemie: Gasgeneratoren in Form von Tabletten, die aus unempfindlichen Energiestoffen mit besonders hoher Stabilität bestehen. Je nach Volumen des Sacks, den sie füllen sollen, werden eine oder mehrere Kammern mit Zündstoff verfeuert: 60 bis 120 Gramm Tabletten. Und wenn ein Auto sich überschlägt, kommt es bei der Zündung zudem zu einer ausgefeilten Choreografie: Die Sensoren melden, wann welcher Airbag im Auto dran ist und gezündet werden soll: Erst vorn, dann – „“viel später““ – auf der Seite. „“Viel später““, sagt Jochen Neutz, der Leiter der Arbeitsgruppe Airbags am Fraunhofer Institut für Chemische Technologie mit einem Augenzwinkern. Quelle Weinheimer Nachrichten vom 18.10.2008″