Schnelles Handeln in Zone III
13. September 2008 | Von Feuerwehr WeinheimIm Weinheimer Feuerwehrstützpunkt würde im Falle eines Reaktorunfalls in Biblis der Krisenstab agieren. Schnell Jod-Tabletten zu verteilen, wäre seine Hauptaufgabe. Unter Leitung von Stadtbrandmeister „Im Weinheimer Feuerwehrstützpunkt würde im Falle eines Reaktorunfalls in Biblis der Krisenstab agieren. Schnell Jod-Tabletten zu verteilen, wäre seine Hauptaufgabe. Unter Leitung von Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht (links) wurde gestern geübt. Bild: Gutschalk / Weinheim. Eine Sirene heult. Ein zwei Mal unterbrochener Dauerton, eine Minute lang, dann, nach einer Pause von zwölf Sekunden, eine Minute Dauerton: Katastrophenalarm! Die Bürger erinnern sich daran, was dieses Signal bedeutet: Zunächst Radio und Fernseher einschalten. Das Entsetzen ist groß, als dort bekanntgegeben wird: „“Im Kernkraftwerk Biblis hat sich eine Störung ereignet, bei der Radioaktivität in noch unbekannter Menge freigeworden ist. Die kontaminierte Wolke bewegt sich in Richtung Süden und Südosten.““ Diese Situation simuliert seit gestern im gesamten Rhein-Neckar-Kreis eine groß angelegte Katastrophenübung, in die alle Kommunen und Sicherheitskräfte des Kreises eingebunden sind. In Weinheim trat deshalb erstmals seit mehr als zehn Jahren der große Krisenstab zusammen. Die Leitung übernahm Stadtbrandmeister und Feuerwehrkommandant Reinhold Albrecht. Dem ausgewiesenen und erfahrenen Katastrophenschützer würde diese Aufgabe auch im Ernstfall zukommen, gemeinsam mit Oberbürgermeister Heiner Bernhard und Erstem Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner. Im Falle eines Unglücks in Biblis würde die Weinheimer Bevölkerung in Radiodurchsagen sinngemäß folgende Informationen erhalten: „“Begeben Sie sich bitte an die nächste Dienststelle, in der bei Wahlen auch Ihr Wahllokal eingerichtet ist. Dort erhalten Sie ausreichend Jod-Tabletten, die eine Aufnahme radioaktiver Stoffe im Körper zunächst verhindern.““ Genau dies in möglichst rascher Zeit zu organisieren war die Aufgabe des Stabes, der sich aus Vertretern der Feuerwehr, weiterer Rettungskräfte wie dem DRK, der Polizei und Vertretern der Stadtverwaltung zusammensetzte. Weinheim liegt von Biblis aus gesehen in der so genannten „“Außenzone III““. Das heißt der Katastrophenplan hält dort eine Verabreichung von Jod-Tabletten zunächst für ausreichend. Die Verteilung an die Bevölkerung wäre die erste Aufgabe des Krisenstabes, der in einem extra eingerichteten und ausgestatteten Stabszimmer des Feuerwehrzentrums liegt. An einem sicheren Ort im Werner-Heisenberg-Gymnasium lagern tatsächlich 250 000 Jodtabletten in mehr als 50 Kartons. Diese müssen im Notfall schnell verteilt werden. Reinhold Albrecht hatte zuvor ein System ausgetüftelt, bei dem die Verteilungsstellen jeweils in den öffentlichen Gebäuden liegen, in denen an Wahltagen auch die Urnen stehen. Da diese Gebäude von städtischen Hausmeistern betreut werden, stehen sie jederzeit zur Verfügung. Dort könnten sich die Bürger mit Jodtabletten ausstatten. Bis Übungsende gestern Abend war das Verteilungsnetz geknüpft. Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht kündigte an, bei der „“Manöverkritik““ im Nachgang der Übung auch Schwachpunkte anzusprechen. Artikel Weinheimer Nachrihten vom: 13.09.2008″
