Respekt, aber keine Angst vor dem Feuer
4. September 2008 | Von Feuerwehr Weinheim„Freiwilliger Ausflug in die inszenierte „“Flammenhölle““ Im Rahmen der Heißausbildung für Atemschutzgeräteträger unterhält die Feuerwehr Worms eine Wärmegewöhnungsanlage. Diese Anlage, besteht aus drei “ „Freiwilliger Ausflug in die inszenierte „“Flammenhölle““ Im Rahmen der Heißausbildung für Atemschutzgeräteträger unterhält die Feuerwehr Worms eine Wärmegewöhnungsanlage. Diese Anlage, besteht aus drei Überseecontainern, ist holzbefeuert und dient der realitätsnahen und praxisorientierten Ausbildung von Atemschutzgeräteträgern in Vorbereitung auf den Einsatzdienst. Nachdem die Feuerwehr Weinheim bereits mit einer Gruppe der Abteilung Lützelsachsen – Hohensachsen in Worms war, wurden nun weitere Feuerwehrangehörige der Abteilungen Stadt und Sulzbach in der Wärmegewöhnungsanlage geschult. Das Seminar Heißausbildung fand am vergangenen Wochenende statt. Die Teilnehmer wurden hier in Theorie und Praxis ausgebildet. Als Ausbildungsschwerpunkte wurde neben der Wirkungsweise und das korrekte Anlegen der Schutzkleidung, die Gefahrenerkennung „“Flashover““ und „“Rauchgasdurchzündung““ trainiert. Aber auch die Handhabung und Wirkungsweise eines Hohlstrahlrohr, das Eindringen in Brandobjekte in Verbindung mit dem Hohlstrahlrohr sowie die Löschtaktik im Innenangriff und phsychische Belastung durch Rauch und Hitze wurde den Teilnehmern beigebracht. Ausgebildet und betreut wurden die Teilnehmer von den Ausbildern Stefan Bayer, Steffen Mauer und Oliver Kehr der Feuerwehr Worms, die hierfür auf der Landesfeuerwehrschule Rheinland Pfalz sowie bei weiteren Sonderausbildungen speziell geschult wurden. Gemeinsam ging es dann für alle Teilnehmer in den Übungscontainer. Wichtig dabei ist, dass die Ausrüstung die aus einer Überjacke, Überhose, Sicherheitsstiefeln, Schutzhandschuhen , Flammschutzhaube und dem Atemschutzgerät besteht komplett ist und vor allem richtig angelegt wird, denn beim realistischen Üben von Einsatzsituationen in einem Brandübungscontainer beobachten die Teilnehmer den Brandverlauf. Die Einrichtung (Möbel) wird in dem Container durch eingehängte Spannplatten und Holzpaletten simuliert, das entspricht einem Bruchteil der Holzfläche in einem eingerichteten Zimmer. Durch die Wärmeeinwirkung beginnen die Spannplatten auszugasen und liefern somit die Basis für die spätere Rauchgasdurchzündung (Flashover). Durch die äußerst schwierigen Sichtverhältnisse wird eine reale Situation erzielt, bei der die Übungsteilnehmer erkennen, wie die Rauchschicht immer weiter nach unten absinkt. Während der Übung wird die offene Tür des Containers geschlossen, was bewirkt, dass der Rauch nicht mehr abziehen kann und die Sauerstoffzufuhr unterbunden wird. Die Verbrennung wird unvollständig und die Atemschutzträger im Container haben durch die Verrauchung keinerlei Sicht. Nach einigen Minuten wird eine Klappe geöffnet. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Öffnen einer Zimmertür in einer Wohnung, bei der Sauerstoff in den Brandraum strömt und das Feuer sofort größer wird. In der Rauchschicht, die sich ungefähr einen halben Meter über den Köpfen der knienden Feuerwehrleute befindet, bilden sich jetzt kleine Flammenzungen. Das ist der Beginn einer Rauchdurchzündung. Danach muss die hohe Rauchgastemperatur heruntergekühlt werden, da sich das Feuer sehr schnell ausbreiten und die Übenden gefährden würde. Hierbei trainieren die Teilnehmer den Umgang mit einem Hohlstrahlrohr und festigt somit den Umgang mit ihrem Handwerkszeug. Temperaturen, die an der Decke vom Brandraum gemessen werden, liegen zwischen 600 und 800 ° Celsius. Daher muss bei der Heißausbildung auch darauf geachtet, dass die Teilnehmer genügend Flüssigkeit zu sich nehmen, da sie während der Ausbildung sehr viel Flüssigkeit verlieren. Danach ging es dann in zweier Trupps zur Brandbekämpfung vor. Durch die Länge der Übungscontainer, kann man hier über eine längere Distanz, das richtige Vorgehen bei einem Brand sowie das öffnen der Türen üben, bis man dann zum eigentlichen Brand kommt. Dass diese Ausbildung für die Feuerwehr wichtig ist, zeigt der letzte Ausbildungsabschnitt. Hier wird bewusst eine falsche Löschtechnik angewendet, um den Teilnehmern deren Folgen zu simulieren. Durch die Ausbildung werden die Atemschutzträger so sensibilisiert, dass sie eine Flashover-Gefahr erkennen und deren Durchzündung verhindern. Die Feuerwehr Weinheim wird in diesem Jahr noch weitere Feuerwehrangehörige in Worms schulen um so alle Atemschutzgeräteträger auf den sehr gefährlichen Einsatz bei Bränden vorzubereiten.“
