Gemeinderat: Weinheimer Liste mit Fragenkatalog zur Feuerwehr
25. September 2015 | Von Weinheimer Nachrichten
Löschwasserversorgung nur eines der Problemfelder
Weinheim. Neu-Stadtrat Simon Pflästerer (Weinheimer Liste) kündigte am Mittwochabend im Gemeinderat an, die Feuerwehrbedarfsplanung kritisch hinterfragen zu wollen. Immerhin, so der 31-jährige auf der Sitzung im Rathaus, sei er selbst fast zehn Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr gewesen. Nun hat er einen Katalog mit zehn Fragen vorgelegt, der sich intensiv mit dem Thema befasst.
Unter anderem möchte er wissen, welche Aufgaben die hauptamtlichen Mitarbeiter im feuerwehrtechnischen Dienst haben – gerade auch im Hinblick auf Übungen, für die die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr ihre Freizeit opfern. Außerdem fragt Pflästerer: „Welche Vergütung beziehungsweise Wertschätzung soll es gegenüber den freiwilligen Feuerwehrleuten geben und was sind die geschätzten Kosten?“
Bereits in der Sitzung selbst wies Pflästerer auf das Problem der flächendeckenden Löschwasserversorgung hin und fragt weiter: „Wie kann das Problem der Löschwasserversorgung beseitigt werden und wie ist die Überprüfung der Hydranten und deren Wartung besser zu gewährleisten?“
Durch die Feuerwehrbedarfsplanung sollen künftig auch die ehrenamtlichen Feuerwehrleute entlastet werden, die dann nur noch für wirklich große Einsätze gebraucht würden. Pflästerer regt deshalb an, zu überprüfen, ob nicht auch auch Änderungen bei den Alarmierungen und der Ausrückeordnung im Hinblick auf die Einsatzstatistik sinnvoll sein könnten.
Daneben nimmt Pflästerer auch die aktuellen Wartungsverträge ins Visier, fragt, welche Ersparnis damit einhergeht. Auch die Fahrzeugpolitik müsse kritisch hinterfragt werden. „Hierzu werden die Beschreibung der Aufgaben und Auflistung aller Fahrzeuge nach Reichweite und Funktionen benötigt.“ Außerdem moniert er, dass ein „in sich stimmiges Gesamtkonzept fehlt.“
Pflästerer war bei der Gemeinderatssitzung hart mit der Feuerwehrbedarfsplanung ins Gericht gegangen, hatte die von einem Gutachterbüro erstellte 182 Seiten umfassende Sitzungsvorlage als zu kompliziert getadelt. „Das ist wie bei Goethes Faust, wo es heißt: Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.“ Auch Michael Lehner (Weinheimer Liste) mahnte, bei allem Unterstützungswillen für die Feuerwehr, dürfe man die Finanzierung nicht aus dem Blick verlieren. Weinheimer Feuerwehrdezernent Torsten Fetzner versprach, dass die Fragen der Weinheimer Liste beantwortet würden. vmr
Quelle: Weinheimer Nachrichten vom 25.09.2015
Bild: Symbolbild
