Atemschutzgeräteträger gehen an ihre Belastungsgrenze – Heißausbildung in Ludwigshafen
16. September 2015 | Von Feuerwehr Weinheim
Am vergangenen Samstag bildeten sich acht Einsatzkräfte Feuerwehr Weinheim im Thema Innenangriff fort. Auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen veranstaltet die Firma Magirus eine Hot&Fire-Ausbildung. Die sogenannte „Heißausbildung“ vermittelt den Atemschutzgeräteträgern unter realistischen Bedingungen optimale Übungsverhältnisse.
Und plötzlich wurde es dunkel!
Die Atemschutztrupps betraten die Übungsanlage in voll ausgerüsteter Montur. Es ist 14:30 Uhr, die Sonne scheint; Dunkler Rauch quillt aus den Containern. Der Übungsleiter öffnet die Türe und die Kameraden werden von dickem schwarzem Rauch verschluckt. Die Türe schließt sich hinten Ihnen und plötzlich ist alles dunkel. Der Helm des Vordermanns leuchtet ganz schwach. Keine Chance der Orientierung. Ab jetzt müssen sich die Brandschützer voll auf Ihre übrigens Sinne fokussieren; Fühlen und Hören.
Der Trainer gibt das Kommando den Parkour zu absolvieren. Durch bloßes tasten kämpfen sich die Kameraden gemeinsam unter schweren Autoreifen durch, müssen auf eine erhöhte Ebene klettern und den Weg zurück durch ein Loch finden. Das ganze bei Saunatemperaturen von rund 80 °C. Am Ende wartet der Trainer auf Sie; sehen können sie ihn aber nicht.
Durch eine weitere Türe ging es in einen weiteren Container. Wenn man die Luft anhält, kann man das Feuer sogar knistern hören. Doch dann kommt das Kommando „eine Person wird vermisst“. Bei null Sicht und einer Temperatur von ca. 120° arbeiten sich die Atemschutzträger durch den Container vor um die Person zu suchen.
„Rums“, ein Knall – und plötzlich der Ruf „Rückzug“! Jetzt geht alles ganz schnell. Den Raum gerade erst betreten müssen die Kameraden den Weg so schnell wie möglich zurück finden. Ein Regal versperrt den Weg, Sofakissen liegen auf dem Boden. Doch der Rückzug in den „sicheren“ Vorraum gelingt problemlos.
Nun gibt es nur noch eine Türe die zwischen den Trupps und dem Feuer steht. Die Tür wird abgetastet und unter den Kommando „Tür heiß“ geöffnet. Die Hitze schlägt sofort in den Raum. So tief wie möglich kriechen die Kameraden in den Container wo sie das Feuer sehen können. Die Hitze ist fast unerträglich, die Ohren Brennen.
Der Trainer bekommt von draußen einen Schlauch gereicht und hält einige Sekunden auf das Feuer. Eine deutlich spürbare Wand der Hitze drückt die Kameraden weiter auf den Boden. Die Kombination von Feuer und Wasser wird durch den heißen Wasserdampf verdeutlicht.
Den Abschluss bildete ein Strahlrohtraining im Brandcontainer. Wie die richtige Vorgehensweise im Brandraum ist und wie die optimalen Löschergebnisse erzielt werden können.
Nach rund drei Stunden konnten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte Ihre Urkunden in den Händen halten und unter die wohl verdiente Dusche gehen.
