Presseecho zur Vorstellung der Einsatzstatistik 2015
10. Februar 2016 | Von David Kunerth
Weinheimer Nachrichten:
Feuerwehr Weinheim: 884 Einsätze im vergangenen Jahr
Sanitäter bei 116 Notfällen schnell vor Ort
Weinheim. Die Rauchmelderpflicht für private Haushalte macht sich positiv bemerkbar. Diesen Eindruck hat jedenfalls Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht, der am Donnerstagnachmittag zusammen mit seinen Stellvertretern Andreas Schmitt und Volker Jäger die Bilanz für das Jahr 2015 vorstellte. Erst vor wenigen Tagen hatte in der Weststadt ein Rauchmelderalarm dafür gesorgt, dass die Gefahr rechtzeitig erkannt wurde (wir berichteten).
Doch die Rauchmelder wirken sich nicht nur positiv auf die Einsatzbilanz aus. Denn die Zahl der Fehlalarme ist von 136 auf 166 gestiegen. Darunter fallen auch Fehlfunktionen von Brandmeldeanlagen. Doch das nimmt man bei der Feuerwehr gerne in Kauf, da die Geräte im Brandfall frühzeitig warnen und oft Schlimmeres verhindern.
884 Einsätze – 58 mehr als im Vorjahr – stehen in der Jahresbilanz, darunter 130 Brände, 212 technische Hilfeleistungen, elf Tierrettungen, 91 „sonstige Einsätze“ und 158 Sicherheitswachen. Außerdem wurden 116 Notfalleinsätze von den Feuerwehrsanitätern übernommen – das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr.
In Weinheim haben 30 Feuerwehrangehörige diese Zusatzausbildung, die den Rettungsdienst immer häufiger unterstützt, damit die Hilfsfristen eingehalten werden können. „Das hat sich bewährt“, bewertet Albrecht diese Zusammenarbeit positiv.
Insgesamt waren die 320 Aktiven der Feuerwehr knapp 12 000 Stunden im Einsatz. Dabei konnten sie 47 Personen retten. 22 verletzte Personen und fünf Todesfälle mussten verkraftet werden, wobei das achtköpfige Feuerwehrseelsorgeteam wieder eine wichtige Unterstützung sein konnte.
Auch beim vorbeugenden Brandschutz kann sich die Bilanz sehen lassen: 24 Brandverhütungsschauen, 96 Stellungnahmen zu Bauanträgen und 121 Beratungen für Bauherren und Architekten wurden durchgeführt.
Quelle: Weinheimer Nachrichten vom 06.02.2016
Rhein-Neckar-Zeitung:
Die Betroffenen befanden sich in zum Teil lebensbedrohlichen Situationen – Kommando bilanzierte ein gutes, aber arbeitsreiches Jahr
Von Günther Grosch
Weinheim. Im vergangenen Jahr haben 97 Prozent der Bundesbürger der Feuerwehr ihr Vertrauen ausgesprochen. Zum elften Mal in Folge führten die Blauröcke damit die Liste der vertrauenswürdigsten Berufe an. Auch die Weinheimer Wehr bewies 2015, dass sie eine solche Anerkennung verdient hat.
Bei insgesamt 884 Einsätzen (Vorjahr: 826) – darunter 726 „klassische“ Feuerwehreinsätze und 158 Brandsicherheitswachen – leisteten die 320 Aktiven Hilfe in oftmals höchster Not. „Insgesamt war es für unsere Einsatzkräfte ein gutes, wenn auch ein erneut arbeitsreiches Jahr“, bilanzierten Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht und seine beiden Stellvertreter Andreas Schmitt und Volker Jäger. Der Anstieg bei den Hilfeeinsätzen liege noch innerhalb der „normalen Schwankungsbreite“, so das Kommandantentrio.
Seelsorgeteam kümmerte sich um psychischen Stress
Sturm, Hochwasser, ausgelaufene Flüssigkeiten, Gefahrgut, Umwelteinsätze und Verkehrsunfälle: Aufgeschlüsselt nach dem Spektrum der verschiedenen Einsatzarten behielten die „Technischen Hilfeleistungen“ mit 212 Einsätzen (Vorjahr: 290) ihre Spitzenposition. 130 mal (104) schlugen Brandalarmierungen zu Buche. Zur Erleichterung aller befanden sich darunter aber keine Einsatzfahrten zu Großbränden. Von einem „Großbrand“ spricht man in den Reihen der Wehr dann, „wenn mehr als drei Strahlrohre im Einsatz sind“, klärte Albrecht auf.
Bei 116 Notfalleinsätzen, was fast einer Verdoppelung gegenüber dem Vergleichsjahr (61) gleichkommt, waren die „First Responder“-Kräfte der Feuerwehr (auf Deutsch: „Sanitäter vor Ort“) im Einsatz. Unter anderem „Stellproben“ fallen unter die Rubrik „Sonstige Einsätze“. Elfmal (14) musste man zur „Tierrettung“ ausrücken.
Für oftmals vermeidbaren Verdruss sorgten 166 (136) Fehlalarme, ausgelöst durch böswillige Alarmierungen, Brandmeldeanlagen und vermehrt durch private Rauchmelder. Vor allem das Thema Rauchmelderpflicht mache sich angesichts von durchschnittlich gut einem halben Dutzend Alarmierungen pro Monat „spürbar bemerkbar“, so Feuerwehrkommandant Albrecht. Etwa angebrannte Essen oder „kleinere Papierkorb-Kokeleien“ wären früher nicht gemeldet worden. Dennoch sei der gesetzlich vorgeschriebene Einbau der Rauchmelder trotz der damit verbundenen Mehrbelastung der Einsatzkräfte richtig.
Von der schnellen Einsatzbereitschaft zeugt unter anderem die durchschnittliche Ausrück- und Fahrzeit des ersten Fahrzeuges bis zum Erreichen der Einsatzstelle: Mit 4,18 Minuten gegenüber 4,39 Minuten konnte die Bestzeit aus dem Vorjahr noch einmal unterboten werden.
Unterm Strich erhöhten sich die geleisteten Einsatzstunden von 10 646 auf 11 855 Stunden. Einen Bruttostundenlohn von 25 Euro zugrunde gelegt, erbrachten die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmänner und Frauen der Stadt bei 726 Einsätzen – ohne Brandsicherheitswachdienste – eine Kostenersparnis von 198 905,66 Euro (Vorjahr: 188 826,89 Euro). Was mit Geld nicht aufzuwiegen ist: 47 Personen wurden aus zum Teil „lebensbedrohlichen Situationen“ gerettet.
Zu beklagen waren allerdings auch fünf Menschen, die nur noch tot geborgen werden konnten. „Was wiederum eine hohe psychische Belastung auch für unsere Kameraden bedeutet“, verhehlte Albrecht die Auswirkungen des seelischen Stresses nicht.
Für betroffene Angehörige wie für die Wehr selbst steht hierzu seit 1999 ein achtköpfiges „Feuerwehrseelsorgeteam“ bereit – darunter auch ein muslimischer Seelsorger. Dafür, dass man über Nachwuchs nicht zu klagen braucht, sorgen 85 männliche und 23 weibliche Jugendfeuerwehr-Angehörige. Davon bereiten sich 68 (55/13) in den Kindergruppen von Sulzbach, Oberflockenbach und der Abteilung Stadt auf eine spätere Übernahme vor. Die „Altersmannschaft“ umfasst 145 (144/1) Angehörige. Auf 38,2 Jahre beläuft sich das Durchschnittsalter der „Aktiven“. An „rollendem“ Material stehen dem Fuhrpark der Weinheimer Brandschützer 38 Fahrzeuge zur Verfügung. Auf ein rund 425 000 Euro teures „HLF 20“ darf sich noch in diesem Jahr die Abteilung Lützelsachsen-Hohensachsen freuen. Ein 435 000 Euro teures „Löschgruppenfahrzeug“ ist für die Abteilung Stadt avisiert. Hinzu kommen ein „Abrollbehälter Löschmittel“ sowie ein „Kleineinsatzfahrzeug“.
Nicht vergessen mochte die Kommandantenspitze den Dank für die gute Zusammenarbeit mit den Kameraden der Werkfeuerwehren von Freudenberg und Naturin-Viscofan sowie der Umlandfeuerwehren aus der Metropolregion Rhein-Neckar: „Die regelmäßigen gemeinsamen Übungen und Treffen garantieren der Bevölkerung auch hier Sicherheit und eine hohe Einsatzkraft“, hieß es beim Jahrespressgespräch.
Bergstraße/Mannheim – Weinheimer Rundschau vom Montag, 8. Februar 2016
Gut in der Zeit
Feuerwehr kann ihre Hilfsfristen einhalten
Weinheim. (web) Durchschnittlich 4,18 Minuten dauerte die „Ausrück- und Fahrzeit“ des jeweils ersten Feuerwehrfahrzeugs bei den Einsätzen im vergangenen Jahr, so Stadtkommandant Reinhold Albrecht kürzlich im Jahrespressegespräch der Freiwilligen Feuerwehr. Damit hatte sich die Wehr verbessert; 2014 lag der Schnitt bei 4,39 Minuten.
Was sind die Gründe dafür? „Wir legen diese Zahl in der Jahresbilanz mit vor“, sagte der Kommandant der Feuerwehrabteilung Stadt, Ralf Mittelbach, gestern auf Anfrage. Er räumt aber ein, dass sich diese Kennzahl im Jahr 2016 verbessern, aber genauso gut verschlechtern kann.
„Wenn uns viele Einsätze aus der Nähe zum Beispiel des Feuerwehrzentrums in der Bensheimer Straße erreichen, bekommen wir einen starken Schnitt hin“, so der Abteilungskommandant. Liegen die Einsatzorte weiter weg, steigt die durchschnittliche Fahrdauer eben an.
Wesentlich entscheidender ist, ob die Feuerwehr die gesetzlich vorgesehene Hilfsfrist einhalten kann: Diese liegt hier bei zehn Minuten, die zwischen dem Notruf und dem Eintreffen der ersten Rettungskräfte am Ort des Geschehens vergehen dürfen. „Diese Frist konnten wir im vergangenen Jahr einhalten“, stellt Mittelbach klar. Die Feuerwehr schaffte demnach einen Schnitt von sieben bis acht Minuten.
Zur reinen Fahrzeit müssen auch die Minuten hinzugezählt werden, welche die zumeist ehrenamtlichen Helfer (etwa in der Kernstadt) brauchen, um das Feuerwehrzentrum zu erreichen.
Bergstraße/Mannheim – Weinheimer Rundschau vom Montag, 8. Februar 2016
Weinheimer Woche:
Freiwillige Feuerwehr Weinheim zieht Bilanz
884 Einsätze forderten die Wehr
(cs). Die Zahl ist weiter gestiegen: 884 Einsätze zeigt die Bilanz der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim für das Jahr 2015 (2014: 826). Speziell die Helfer vor Ort bekamen das zu spüren.
Auch eine neue Pflicht trägt zu der Steigerung bei.In jedem Haushalt müssen seit dem vergangenen Jahr Rauchmelder vorhanden sein. „Damit werden auch Einsätze ausgelöst,die wir sonst gar nicht gemeldet bekämen“, sagt Ralf Mittelbach, Pressebeauftragter der Feuerwehr Weinheim. Entsprechend könne man eingreifen – erlebe aber auch mehr Fehlalarme. 2015 waren das 166, 2014 hingegen nur 136. Eine deutliche Steigerung verzeichnete die Wehr bei den Einsätzen ihrer Helfer vor Ort, die eine Stärke von insgesamt 30 Personen zählt. 116 Mal wurden sie bei Notfällen angefordert. Das sind fast 100% mehr im Vergleich zum Jahr 2014 (61 Einsätze). Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht erklärt das mit den weniger gewordenen Rettungsdiensten: „Um die vorgegebene Zeit von 15 Minuten zur Gewährung der Erstmaßnahmen einzuhalten werden bei Verhinderung der Rettungsdienste immer öfter die Feuerwehrsanitäter zum Einsatz gerufen.“
320 Aktive
Mit der Bilanz zeigte sich Albrecht trotz der zeitintensiven Belastung – 2015 leisteten die Ehrenamtlichen 11.855 Einsatzstunden – der insgesamt 320 Aktiven der Feuerwehr Weinheim zufrieden. Durch ihr Engagement wurden nicht nur 130 Brände gelöscht, sondern auch 47 Personen gerettet. Dabei verzeichnet die Statistik 22 Verletzte. Auch fünf Todesfälle sind in der Bilanz zu lesen – eine große Belastung für die Feuerwehrfrauen und –männer, die jedoch bei allen Einsätzen unversehrt blieben. Dass man sich auf ihre schnelle Hilfe verlassen kann, zeigt auch ein Blick auf die Ausrückzeit: Ungefähr drei Minuten bräuchten die ersten bei Alarm von Hause bis zum Besteigen des Einsatzfahrzeugs, weitere 4 Minuten bis zum Einsatzort, so die Auskunft von Ralf Mittelbach. „In 85% aller Fälle halten wir die Hilfsfrist von 10 Minuten ein“, erklärte Reinhold Albrecht.
Kosteneinsparung und Invest
Um auch weiterhin gut gerüstet zu sein, wird die Feuerwehr in diesem Jahr noch ihren Fuhrpark mit 38 Feuerwehrfahrzeugen etwas auf Vordermann bringen: Für die Abteilung Lützelsachsen-Hohensachsen ebenso wie für die Abteilung Stadt wird je ein Fahrzeug als Ersatz angeschafft. Gesamtinvestition: 860.000 Euro. „Die werden wir aber auch 20 bis 25 Jahre im Einsatz haben“, setzt Ralf Mittelbach die vermeintlich hohen Kosten in Relation. Zudem verweist Reinhold Albrecht auf die Einsparungen, die die Stadt durch den reinen ehrenamtlichen Einsatz ihrer Freiwilligen Feuerwehrmänner und -frauen zu verzeichnen hat. Bei einem Stundensatz von 25 Euro steht da eine stattliche Summe von ca. 199.000 Euro allein für das Jahr 2015.
Quelle: Weinheimer Woche vom 09.02.2016
