Stromausfälle im Stadtgebiet mit gravierenden Folgen für die GRN-Klinik
29. Dezember 2015 | Von Weinheimer Nachrichten
Weinheim. Markus Kieser, dem Leiter der GRN-Klinik Weinheim, waren Anspannung und Erleichterung gleichermaßen anzusehen, als er am Samstagmorgen mit Fachleuten der Stadtwerke im Betriebsgebäude vor den großen Stromverteilerkästen stand. Rauchspuren an der Wand zeugten noch vom Schmorbrand, der in der Nacht zuvor zu einem Stromausfall und spektakulären Einsatz an der Klinik geführt hatte. Neun Patienten der Intensivstation waren vorsorglich und reibungslos in umliegende Kliniken verlegt worden.
Patienten nicht in Gefahr
„Keiner der zurzeit knapp 90 stationären Patienten war durch den Stromausfall in Gefahr“, hieß es gestern in einer Pressemitteilung der GRN-Klinik. Allerdings musste der Klinikleiter auch einräumen, dass das bei Stromausfall bereitstehende Notstrom-Aggregat der Klinik – obwohl es monatlich getestet und regelmäßig gewartet wird – aus bisher unbekannten Gründen nicht angesprungen war.
Die Versorgung aller lebenswichtigen Geräte auf der Intensivstation sowie im Operationssaal war jedoch zu jedem Zeitpunkt über die geräte-eigenen Akkus gewährleistet, schreibt die GRN-Klinik weiter. Gegen 3 Uhr in der Nacht von Freitag auf Samstag konnte die Stromversorgung in der Klinik durch zwei Notstrom-Aggregate der Stadtwerke Weinheim und Heidelberg wieder hergestellt werden. Ab 7.30 Uhr am Samstagmorgen war die Weinheimer Klinik wieder an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.
„Die Notfallsituation wurde durch das umsichtige und effiziente Verhalten aller internen und externen Beteiligten vorbildlich bewältigt“, sagte Markus Kieser. Neben Verantwortlichen der GRN-Technik-Abteilung, der Pflegedienstleiterin, dem stellvertretenden Klinikleiter und der Ärztlichen Direktorin waren Vertreter sämtlicher medizinischer Fachrichtungen innerhalb kürzester Zeit vor Ort, um Patienten und Angehörige zu informieren und Entscheidungen über notwendige Maßnahmen zu treffen.
Warum die Kabel in dem großen Sicherungskasten des von den Stadtwerken genutzten Betriebsgebäudes neben der GRN-Klinik kurz vor 1 Uhr in der Nacht durchgeschmort waren und den Brandmeldealarm ausgelöst hatten, ist noch unklar.
Fest steht, dass es, einer Pressemitteilung der Stadtwerke zufolge, Störungen an sechs Transformatorenstationen im Bereich Mult und in der Werderstraße gab. Ab 23 Uhr war dort am Freitag die Stromzufuhr für 20 bis 50 Minuten unterbrochen. Eine Folgestörung in der Schaltanlage Röntgenstraße führte laut Stadtwerke um 0.46 Uhr zu einem kurzzeitigen Stromausfall im Stadtgebiet und schließlich auch zum Vorfall an der GRN-Klinik. Die Freiwillige Feuerwehr, Abteilung Stadt, war gegen 1 Uhr alarmiert worden und rückte mit 80 Einsatzkräften aus. Da im Bereich der Intensivstation die Fahr-stühle vorübergehend nicht mehr funktionierten, stellten die Brandschützer vorsorglich ihre Drehleiter zur Verfügung.
Sie wurde allerdings bei der Evakuierung der Intensivpatienten nicht benötigt, da der Transport über Fahrstühle beim Ärztehaus erfolgen konnte, teilte Ralf Mittelbach von der Feuerwehr mit.
An dem spektakulären Einsatz nahmen auch rund 20 THW-Helfer aus Ladenburg und Viernheim teil. Kreisbrandmeister Peter Michels, Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht und Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard waren ebenfalls vor Ort. dra
Quelle: Weinheimer Nachrichten vom 28.12.2015
