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Waldbrand im Käfertalerwald – Polizei vermutet Brandstiftung

8. August 2015 | Von

Brände: Sieben Feuerwehren bekämpfen auf 20 000 Quadratmetern im Wald zwischen Viernheim und Mannheim die Flammen / Auch Einsatzkräfte aus Weinheim dabei

Viernheim/Weinheim. Gnadenlos brennt die Sonne von oben. Gnadenlos kommt die Hitze jetzt auch noch von unten, vom Boden, von mehreren Brandnestern im Wald zwischen Käfertal und Viernheim im Bereich des ehemaligen Munitionsdepots Glockenbuckel. Die Hitze von oben und von unten – beides setzt den Feuerwehrleuten in ihrer schweren Brandschutzkleidung zu. Viele sind nach dem Einsatz völlig erschöpft. Nach einem Einsatz, der es in sich hat: Gestern meldete kurz vor 15.30 Uhr die Leitstelle Bergstraße, wie schon mehrfach in den vergangenen vier Wochen, „Feuer Wald klein, brennt Wald ohne Gefahr der Ausdehnung“. Aber wie sich rasch herausstellt, waren die Dimensionen ganz andere als bei den sieben vorherigen Einsätzen seit dem 10. Juli.

Flammen loderten im Unterholz an mehreren Stellen, Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller sprach von einer Ausdehnung der Brände auf 20 000 Quadratmeter. Betroffen war sowohl Viernheimer als auch Mannheimer Gemarkung.

Brandbeschleuniger gefunden

Waldbrand_ViernheimAn vier Stellen hat das Feuer gewütet. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Das teilte Wolfgang Müller am Abend mit. Die Polizei, sagt er, habe Brandbeschleuniger gefunden.

Neben den Viernheimer Freiwilligen waren sechs weitere Feuerwehren im Einsatz, darunter Kameraden aus Lampertheim, Weinheim, Lorsch und Birkenau sowie Brandschützer der Mannheimer Berufsfeuerwehr.

Aus Weinheim, Oberflockenbach und Ritschweier beispielsweise kamen vier Tanklöschfahrzeuge in den Viernheimer Wald geeilt mit insgesamt 8500 Litern Wasser an Bord. Die Wehren von Hohensachsen und Lützelsachen schickten 20 Austauschkräfte, denn schließlich hielt man die Torturen nicht ewig durch und brauchte eine Erholungspause. Den Weinheimer Einsatz leitete Feuerwehrkommandant Reinhold Albrecht.

Die Birkenauer Feuerwehr der Kerngemeinde war mit einem Tanklöschfahrzeug mit einem Fassungsvermögen von 4000 Litern Wasser und mit acht Einsatzkräften vor Ort, unter ihnen auch der Gemeindebrandinspektor von Birkenau, Lars Himmel. Zusätzlich unterstützte die Freiwillige Feuerwehr Reisen mit einem Tanklöschfahrzeug mit 5000 Litern Wasser und drei Einsatzkräften die Löscharbeiten. Vergleichbare Brände dieser Größenordnung liegen für die Feuerwehr Birkenau schon etliche Jahre zurück.

Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller berichtete am Ende von 150 Einsatzkräften. Um herauszubekommen, wo es überall brannte, waren nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Polizeihubschrauber im Einsatz. Über dem Waldgebiet zwischen Viernheim und Käfertal flogen sie immer wieder ihre Runden. Derweil wurden Schläuche zum Teil über weite Strecken ausgerollt, um Löschwasser zu den Brand- und Glutnestern zu pumpen. Die Tanklöschfahrzeuge reichten nicht, um alles in den Griff zu bekommen.

Am frühen Abend, so Wolfgang Müller, waren die Brände unter Kontrolle. Aber die Nachlöscharbeiten zogen sich noch über Stunden bis in den späten Abend hin. Oft hatte die Glut sich im staubtrockenen Unterholz weitergefressen, sodass immer wieder Flammen aufloderten.

Die gute Nachricht am Ende des Tages: Verletzt wurde niemand. bb/dra

Quelle: Weinheimer Nachrichten vom 07.08.2015