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Fünf Minuten können entscheiden

19. Juni 2015 | Von

Falschparker: Feuerwehr weist auf zugestellte Flächen hin / Teilweise drastische Folgen für die Rettungskräfte / Rege Diskussion auf der Facebook-Seite der WNOZ

Weinheim. Es ist der Klassiker schlechthin: „Ich war doch nur kurz“ oder „Das waren doch nur fünf Minuten“. Entschuldigungen wie diese sind immer dann zu hören, wenn es um zugeparkte Stellen geht. Wenn Einfahrten oder auch Gehwege zugestellt sind. Oder auch Feuerwehrzufahrten, wie beispielsweise an der Weinheim Galerie. Was für viele ein Kavaliersdelikt ist, schließlich ist man ja mal „nur ganz kurz“, hat für Rettungsdienste einen Spaßfaktor, der bei Null liegt. So war es auch die Feuerwehr Weinheim, die in diesen Tagen ein Bild von der Einfahrt der Fußgängerzone auf Facebook veröffentliche, das im Prinzip an jedem Abend aufgenommen sein könnte.

Oft ist es einfach Ignoranz

Autofahrer machen die Zufahrt zur Fußgängerzone dicht, im Ernstfall fehlen dadurch Minuten, die lebensentscheidend sein können. Ralf Mittelbach, Kommandant der Feuerwehr Weinheim, Abteilung Stadt, erinnert sich an einen Vorfall, der noch nicht allzu lange zurück liegt. Damals wurde die Feuerwehr zu einem Einsatz gerufen, bei dem eine Person reanimiert werden musste. Da die Dr.-Bender-Straße damals saniert wurde, musste die Zufahrt über die Weinheim Galerie erfolgen, was wegen Falschparkern nicht möglich war. „Ausgewiesene Feuerwehrzufahrten werden leider häufig ignoriert, stellt er fest, was natürlich die Arbeit aller Rettungsdienste immer wieder auf eine harte Probe stellt. Der Bereich rund um die Weinheim Galerie ist ein Paradebeispiel, aber längst nicht das einzige, wie sich bei einer Umfrage auf der Facebook-Seite der Weinheimer Nachrichten zeigte.

Viele neuralgische Punkte

Geht es nach den vielen Rückmeldungen, gibt es nur noch wenige Bereiche im Stadtgebiet, in denen die Rettungsdienst ungehindert durchkommen. Zu den neuralgischen Stellen gehören neben der Alten Postgasse auch die Yorck- und Weststraße, der Bereich rund um die Stadthalle, die Bachgasse in Sulzbach und zahlreiche Straßen in der Weststadt. Auch der Rest der Nordstadt hat so seine Probleme, ganz zu schweigen von der Waid oder auch den Straßen rund um das Waldschwimmbad an warmen Tagen. Und wirklich eng geht es im Gerberbachviertel zu, dort hat man stellenweise Probleme, mit dem Kinderwagen durchzukommen.

All diejenigen, die sich zu Wort meldeten, mahnten oft verstärkte Kontrollen an oder hatten auch ganz praktische Lösungen parat, zum Beispiel mit Blick auf die Einfahrt zur Fußgängerzone. Am wirkungsvollsten wäre dort sicherlich ein Versetzen der Poller zur Straße hin, das Abstellen von Fahrzeugen wäre dann nicht mehr möglich. Dem Vernehmen nach wurde dies auch schon öfter vorgeschlagen, offenbar aber aus Kostengründen abgelehnt. Denn die Poller sind automatisch versenkbar und können nicht einfach so umgesetzt werden.

Ralf Mittelbach dazu: „Das Ordnungsamt kontrolliert regelmäßig das Stadtgebiet und macht einen super Job. Gemeinsam mit der Feuerwehr fanden auch schon Stellproben statt, Engstellen und Problemzonen wurden kontrolliert. Es wurden auch Fahrzeuge abgeschleppt, da kein Durchkommen war. Das Problem ist nicht die Kontrolle, das Problem sind die Autofahrer. Jeder hat seinen Führerschein gemacht und sollte Schilder lesen können. Wenn sich nicht jeder selbst der Nächste wäre und auch mal bereit wäre, sich auf die zur Verfügung stehenden Parkflächen zu stellen gäbe es keine Diskussion. Eigentlich ist alles ganz einfach. sf

Quelle: Weinheimer Nachrichten vom 18.06.2015