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Jetzt tickt die Rathausuhr wieder richtig

21. Februar 2013 | Von
Die Uhr ist wieder da

Die Uhr ist wieder daAm Montag um 10 Uhr stand am Weinheimer Marktplatz für einen kleinen Moment die Zeit still. Die Zeiger verharrten kurz in Wartestellung, bis David Kloft von der Schwarzwälder Turmuhrenfirma Schneider den richtigen Knopf drückte. Dann schlug die Stunde wieder am Alten Rathaus. So poetisch beginnt die Pressemitteilung der Stadt Weinheim zum Abschluss der Sanierung des Alten Rathauses. Wesentlich nüchterner geht es dann weiter: Nach einer ausgiebigen Innensanierung vor zehn Jahren war in den letzten Monaten die Fassade an der Reihe. Nun strahlt das markante Gebäude in hellem Weiß, der rote Sandstein bildet den Kontrast. An Klofts Seite fuhr Oberlöschmeister Thomas Neitzel im Drehleiterkorb der Feuerwehr nach oben, der Veranstaltungstechniker und Hausmeister des Alten Rathauses, drunten standen die Kunsthistorikerin Josephine Zopf-Weber und Christian Szillinsky vom Amt für Immobilienwirtschaft der Stadt Weinheim; beide haben die Sanierung in den letzten Monaten fachlich betreut.

 

Das elektrisch angetriebene Uhrwerk der etwa 50 Jahre alten Uhr, wurde in Schonach im Schwarzwald von der Fachfirma Schneider auf neuesten Stand gebrach; die aus Metall bestehenden Bestandteile des Zifferblattes und die Zeiger wurden in Weinheim von der Schlosserei Lenz und dem Malerbetrieb Haring hergerichtet, wegen der bedeutsamen Maßnahme teilweise sogar gespendet. Die Arbeiten waren aufwendig. Die Zeiger sind nicht etwa angemalt, sondern wurden mit 24-Karat-Blattgold überzogen. „Alles andere lässt die Denkmalschutzbehörde bei so einem Projekt nicht zu“, erklärt Josephine Zopf-Weber. Jetzt folgen im Frühjahr noch Arbeiten am Balkon. „Aber das ist mit Mitteln der Bauunterhaltung zu schaffen“, beschreibt Christian Szillinsky. Die eigentlichen Investitionen seien abgeschlossen – und besser gelaufen als gedacht. Mit wenig Mehrkosten sei es gelungen, neben der Marktplatzfassade auch die Neben- und Rückfassade zu sanieren. Eine deutlich größere Fläche konnte einbezogen werden; die Kosten stiegen von ursprünglich vorgesehenen 100 000 Euro auf 110 000 Euro. Saniert wurden außerdem der Dachreiter und das Türmchen, es folgten Putzausbesserungs- und Malerarbeiten, auch an den Fenstern und Portalen. An den Fenstergewänden wurde der Sandstein ausgebessert. Nebenbei wurden noch Verfugungsarbeiten an den Dachzinnen sowie diverse Spengler- und Schlosserarbeiten ausgeführt. Damit wurde das markanteste Marktplatzgebäude zum richtigen Zeitpunkt herausgeputzt. Denn 2013 ist in der Region das „Wittelsbacher Jahr“. Die Region der historischen Kurpfalz wirbt mit so bedeutenden Anlagen wie den Schlössern in Mannheim und Schwetzingen sowie dem Heidelberger Schloss – aber auch das Alte Rathaus am Marktplatz gehört als eingetragenes Kulturdenkmal dazu. Denn vieles spricht dafür, dass der damalige Kurfürst Ottheinrich den Bau angeordnet hat, möglicherweise ist der bärtige Mann auf dem Steinbildnis am Haus sogar ein Abbild des Wittelsbachers.

 

Artikel Weinheimer Nachrichten vom: 19.02.2013