Busunfall auf der A5 bei Hemsbach – Reisebus kollidiert mit Autokran
9. September 2011 | Von Feuerwehr Weinheim
In den frühen Morgenstunden kam es aus bisher ungeklärter Ursache am Donnerstag zu einem schweren Verkehrsunfall auf der A5 zwischen der Anschlussstelle Hemsbach und Heppenheim in Fahrtrichtung Frankfurt. Ein Reisebus fuhr auf einen Kranwagen und kam ins Schlingern und blieb schließlich auf dem rechten Standstreifen stehen.
Durch den Aufprall wurde ein Insasse des Reisebus aus dem Fahrzeug geschleudert und verstabr noch an der Unfallstelle. Der Busfahrer selbst wurde im Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr Hemsbach mit hydraulischem Rettungsgerät befreit werden. Ein Großaufgebot des Rettungsdienst war vor Ort und kümmerte sich um die Verletzten. Der leitende Notarzt, sowie 3 Notärzte und 8 Rettungswagen vom Deutschen Roten Kreuz und der Johanniter Unfallhilfe versorgten die Patienten. Eine weitere Person wurde lebensgefährlich und 3 weitere schwerverletzt. Weitere Reisende erlitten leichte Verletzungen und wurden teilweise vor Ort behandelt. Im weiteren Einsatzverlauf wurde die Feuerwehrseelsorgeeinheit Rhein Neckar zur Betreuung der Unfallbeteiligten eingesetzt. Die Reisenden wurden mit Transportfahrzeugen der Feuerwehr Heppenheim in die Unterkunft des Deutschen Roten Kreuz nach Heppenheim gebracht. Hier wurden die Unfallopfer versorgt und durch die Seelsorgeeinheit des Kreis Bergstraße weiter betreut. Während der Unfallaufnahme musste die A5 mehrere Stunden voll gesperrt werden.
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Videobericht Rhein Neckar Fernsehen
Videobericht PR Video
Videomaterial Kamerabereitschaft RNF
Tödliche Kollision mit Autokran / Schwerer Unfall auf Autobahn fordert ein Menschenleben / Reisebus aus Bosnien-Herzegowina fährt auf 60-Tonner
Komplett aufgerissen wurde die rechte Seite des Reisebusses (oben), der am frühen Morgen auf der A 5 bei Heppenheim in einen Autokran (unten) krachte. Tragisches Ende einer Busfahrt von Bosnien-Herzegowina ins Ruhrgebiet: Bei einem schweren Verkehrsunfall wurden gestern Morgen auf der Autobahn 5 – kurz vor der Anschlussstelle Heppenheim – ein Mensch getötet und drei weitere schwer verletzt. Auf seiner Fahrt in Richtung Norden war der Bus wenige Minuten vor 5 Uhr auf der regennassen Fahrbahn aus bislang ungeklärter Ursache auf einen 60 Tonnen schweren Autokran aufgefahren. Die rechte Vorderseite des Busses wurde bei der Kollision komplett aufgerissen. Die Staatsanwaltschaft hat einen Sachverständigen zur Untersuchung der Unfallursache eingeschaltet.
Laut Polizei entstand Sachschaden von etwa 150 000 Euro. Die Autobahn war an der Unfallstelle für etwa vier Stunden in Richtung Norden voll gesperrt. Helfer versorgten die unverletzten Busreisenden mit Decken. Der einsetzende Berufsverkehr wurde derweil über die parallel verlaufende A 67 umgeleitet. Nach Auskunft der Polizei war der Bus mit 50 Frauen und Männern im Alter von 25 bis 56 Jahren besetzt. Alle Insassen kommen aus Bosnien-Herzegowina und waren auf dem Weg von Sarajewo nach Oberhausen im Ruhrgebiet. Bei dem Unfall kam der 49-jährige Ersatzfahrer aus Bosnien-Herzegowina ums Leben, der zum Unfallzeitpunkt auf dem Beifahrersitz saß. Drei Passagiere zwischen 25 und 56 Jahren wurden schwer verletzt. Besonders schlimm erwischte es einen weiter hinten sitzenden Ersatzfahrer, der eingeklemmt wurde und von der Hemsbacher Feuerwehr aus seiner Lage befreit werden musste.
Mehrere andere Insassen des Busses erlitten bei dem Zusammenstoß leichte Verletzungen. Sie wurden mit Notarztwagen in die Krankenhäuser in Heppenheim und Bensheim eingeliefert. Der Fahrer erlitt einen Schock. Feuerwehren und Rettungsdienste aus der Region waren vor Ort im Einsatz. Vier Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr aus Hemsbach mit insgesamt 22 Feuerwehrleuten, drei Notarzteinsatzfahrzeuge und acht Rettungswagen waren an der Unfallstelle. Zudem wurden die Feuerwehr Heppenheim sowie mehrere Schnelleinsatzgruppen des Deutschen Roten Kreuzes, der Malteser und der Johanniter angefordert.
Weiterfahrt am Mittag
Die unverletzten Insassen wurden zunächst an der Unfallstelle mit Decken und Regenschutz versorgt und anschließend zum Deutschen Roten Kreuz nach Heppenheim gebracht, das sie weiter betreute und mit Essen und Trinken versorgte. Zudem schickte die Feuerwehr Weinheim vier Feuerwehrseelsorgekräfte für die psychosoziale Betreuung der unverletzten Reisenden zu der Einsatzstelle. Zur Mittagszeit konnten sie ihre Fahrt nach Oberhausen mit zwei bereitgestellten Ersatzbussen fortsetzen.
Drei Fragen: „Busse haben kein Notbremssystem“
Herr Kabsch, nach dem schweren Busunfall auf der A 5 stellt sich die Frage nach den Sicherheitsstandards in Reisebussen. Gibt es wie bei Pkw ein System, das Alarm schlägt, wenn man zu dicht auffährt?
Philipp Kabsch: „Nein. Momentan sind keine Notbremsassistenten in Omnibussen vorgeschrieben. Eine solche Einrichtung führt in kritischen Situationen eine Teilbremsung durch. Reagiert der Fahrer dann immer noch nicht, wird eine automatische Vollbremsung eingeleitet. Erst ab November 2013 müssen die neuen Fahrzeugtypen und ab November 2015 alle Neufahrzeuge damit ausgerüstet sein. Wir würden uns aber wünschen, dass die Unternehmen ihre Busse schon heute damit ausstatten, um zur Sicherheit beizutragen.“
Welche Schwachstelle hat der ADAC bei seinem letzten großen Buslinien-Test ausgemacht?
Kabsch: „ Sorgenkind der Tester ist der Faktor Mensch. Lange Strecken, feste Zeitvorgaben, viele Grenzübertritte, schlechte Straßenverhältnisse oder besondere Situationen verlangen von den Fahrern über Stunden ein hohes Maß an Konzentration. So können auch in einem technisch einwandfreien Bus enge Zeitplanung und zu kurze Ruhezeiten zu riskantem Fahrverhalten führen.“
Wie können sich Passagiere auf eine Busreise vorbereiten?
Kabsch: „Man sollte sich vorher über den Veranstalter informieren und sich bestätigen lassen, dass die gesetzlichen Bestimmungen zu Lenk- und Ruhezeiten eingehalten werden. Bei internationalen Reisen muss immer ein zweiter Fahrer an Bord sein. Passagiere sollten sich auch im Bus anschnallen.
Quelle Weinheimer Nachrichten vom 9. September 2011 Bild Bericht Weinheimer Nachrichten dpa / Sin
