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Weinheimer Löschzug unterstützt Viernheimer Kameraden

2. August 2009 | Von
Feuerwehr Weinheim Viernheim Junge ruft am Fenster um Hilfe Zimmerbrand

Feuerwehr Weinheim Viernheim Junge ruft am Fenster um Hilfe ZimmerbrandImmer wieder helfen sich die Feuerwehren aus Viernheim und Weinheim über die Landesgrenze hinweg aus um Menschen zu helfen. Damit die Zusammenarbeit im Einsatzfall reibungslos läuft, sind Übungen unverzichtbar. In der vergangen Woche fand am ehemaligen Rhein Neckar Hotel in der Nähe des Viernheimer Rhein Neckar Zentrum ein großangelegte Übung der Feuerwehr Viernheim mit den Hilfsorganisationen der Region statt. Auch die Weinheimer Feuerwehr war der Einladung gefolgt und nahm an der Übung teil. Bericht zur Übung aus dem Tageblatt Viernheim: Viernheim (ub) – Dichter Qualm strömte aus den Fenstern, um Hilfe schreiende Menschen davor und ein Entkommen aus der Feuerhölle unmöglich. Dieses Bild bot sich den eintreffenden Rettungskräften von Feuerwehr, Polizei und Sanitätern am Mittwochabend gegen 20 Uhr am ehemaligen Rhein-Neckar-Hotel im Heinrich-Lanz-Ring. Doch gottlob war es keine Realität, sondern eine groß angelegte Übung, bei der es hauptsächlich um Menschenrettung ging. „Ich denke, die Feuerwehr ist schnell“, schrie ein Schwerverletzter mit aller Kraft und eine Mutter rief um Hilfe für ihre beiden Kinder. Ein Szenario, wie es hätte im Realfall nicht besser sein können. Verzweifelte Menschen an den Fenstern im ersten und zweiten Obergeschoss, deren Fluchtweg über das Treppenhaus wegen der starken Rauchentwicklung nicht möglich war und die von den sich rasch ausbreitenden Flammen mittlerweile bedroht wurden. Mit letzter Kraft machen sie sich am Fenster bemerkbar und die Sekunden werden zu Minuten, Minuten zu Stunden. Schon bei der Schadensmeldung hatte die Rettungsleitstelle in Heppenheim nicht nur Großalarm für die Freiwillige Feuerwehr Viernheim ausgelöst, sondern auch entsprechende Wehren aus der Umgebung, Notärzte, den Organisatorischen Leiter Rettungsdienst, Hubschrauber, zahlreiche Rettungswagen und die Schnell-Einsatz-Gruppe des Sanitätsdienstes alarmiert. Sie alle waren innerhalb kurzer Zeit (allerdings ohne Hubschrauber, dieser wurde fiktiv angenommen) am Einsatzort. Entstanden ist der Brand nach Schweißarbeiten am Nachmittag, wo er sich als Schwelbrand völlig unbemerkt in den Nachmittagsstunden ausbreiten konnte. Ein Anwohner im 1. Obergeschoss bemerkt den Rauch im Flur und möchte die Mitbewohner vor der Gefahr warnen. Kurz darauf kommt es zu einer Durchzündung und der Flur ist aufgrund der Brandintensität nicht mehr betretbar. Eine Situation, wie sie tagtäglich passieren kann und geübt werden muss, damit im realen Fall alles reibungslos funktioniert, die Menschen gerettet werden können und die Verständigung unterhalb der Rettungseinheiten und Rettungskräfte möglich ist. Schnelle Hilfe und Rettung der Menschen hat vor allem anderen erste Priorität. Deshalb stand nicht nur die Rettung der Menschen mit der Drehleiter auf dem Übungsplan, sondern auch die Rettung der Menschen mittels Steckleitern. So können an mehreren Stellen gleichzeitig die Menschen in Sicherheit gebracht werden. Wer schon einmal eine Leiter über zwei Etagen aufgebaut oder versetzt hat weiß, wie schwer dieses ist und mit welchen Kräften gearbeitet werden muss. Und das noch bei warmen Außentemperaturen und mit voller Schutzkleidung inklusive Atmungsgerät, denn im Ernstfall hätte der beißende Rauch nicht nur die eingeschlossenen Menschen betroffen, sondern auch die Retter selbst. So war es am Ende für die Zuschauer, die am Rande des Geschehens die Aktivitäten staunend beobachteten, sicher eine gute Erfahrung zu wissen, wie schnell und effektiv im Notfall Hilfe kommt. Neben den Viernheimer Einsatzkräften der Feuerwehr waren auch die Feuerwehren aus Hüttenfeld und Weinheim vor Ort sowie die Rettungskräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe, Deutsches Rotes Kreuz und Malteser Hilfsdienst. „Im Ernstfall wären unter anderem auch noch Lampertheim, Mannheim und weitere Wehren gekommen sowie Rettungswagen aus dem Kreis Bergstraße und dem benachbarten Mannheim“, sagte Stadtbrandinspektor Helmut Büchler gegenüber dem Viernheimer Tageblatt. Doch die Übung sollte vor allem den eigenen Kräften dienen. Und hierfür hatte die Firma Gutperle gerne das Objekt, welches in deren Immobilienbesitz ist, zur Verfügung gestellt. Um die Übung so realistisch wie nur möglich zu machen, wurden von den beiden „Initiatoren und Ideengebern“ Andreas Schmidt und Mathias Fischer auch die pyrotechnische Abteilung des Kreis Bergstraße in die Vorbereitungen mit einbezogen, damit die Räume und Gänge auch echt verqualmt waren und die Realität weitestgehend widerspiegelten. Auch das Technische Hilfswerk war vor Ort und stellte – geschminkt – die Verletzten und Schwerverletzten dar, damit die Rettungskräfte entsprechend des Grades und der Schwere der Verletzungen die ersten Hilfsmaßnahmen durchführen und für eine entsprechende Weiterversorgung und Abtransport in den umliegenden Kliniken sorgen konnten. Zahlreiche Beobachter aus den benachbarten Bundesländern sahen dem Geschehen zu und werden zusammen mit den Viernheimer Kräften in den nächsten Tagen ein Resümee ziehen. Dabei werden eventuelle Verbesserungen mit in den Rettungsplan neu aufgenommen und Abläufe optimiert. Bleibt am Ende aber nur zu hoffen, dass diese Art von Einsätzen nur bei Übungen bleiben und ein Realfall niemals eintritt.