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Radlader beschädigt Gashochdruckleitung in Baugrube

14. August 2011 | Von
Kranwagen der Berufsfeuerwehr Mannheim im Einsatz

Kranwagen der Berufsfeuerwehr Mannheim im EinsatzIn der Nacht auf Sonntag wurde die Weinheimer Feuerwehr mit den Abteilungen Stadt und Lützelsachsen – Hohensachsen kurz nach 3:30 Uhr in die Gewerbestraße gerufen. Ein Radlader war in der Nähe des Marktkauf aus bisher ungeklärter Ursache in eine Baugrube gefahren und auf einer Gashochdruckleitung mit 35bar aufgesetzt. Da ein Gasaustritt nicht ausgeschlossen werden konnte, sperrten Polizei und Feuerwehr die Einsatzstelle weiträumig ab. Die Einsatzleitung um Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht richtet einen Bereitstellungsraum ein, bei dem sich die Lösch- und Sonderfahrzeuge sammelten. Hier standen auch zwei Rettungswagen vom Deutschen Roten Kreuz, des Ortsverein Weinheim und sorgten für den Schutz der eingesetzten Kräfte. Bei ersten Messungen mit dem Gerätewagen Gefahrgut konnte ein leichter Gasaustritt festgestellt werden, der von den inzwischen eingetroffenen Stadtwerken Weinheim bestätigt werden konnte. Die kleine Leckage wurde von den Stadtwerken Weinheim mit Unterstützung der Feuerwehr provisorische abgedichtet.

Bergung des RadladersDie Feuerwehr Weinheim brachte zwei Pulverlöschanhänger in den Einsatz und baute neben einem Löschangriff einen weiteren Schaumangriff auf und stellte den Brandschutz dreifach sicher. Parallel dazu wurden weitere Gasmessungen in der Baugrube und der Umgebung von Sicherungstrupps unter Atemschutz durchgeführt um die Entwicklung an der Gashochdruckleitung zu beobachten. Außerdem wurde die Wärmebildkamera eingesetzt um einen eventuell größeren Austritt visuell sichtbar zu machen. Mit der Seilwinde des Rüstwagens und einem Greifzug wurde der Radlader gegen ein weiteres Abrutschen in die Baugrube gesichert. Der Gerätewagen Licht sorgte mit seinem Lichtmast und mehreren in der Umgebung aufgestellten Stativen für eine weiträumig Ausleuchtung der Einsatzstelle. Zwischenzeitlich trafen auch Sachverständige und Techniker der MVV Mannheim ein, zu deren Zuständigkeit die Gashochdruckleitung gehört. Auch die Firma Diringer und Scheidel, die die Baustelle betreut, kam vor Ort. Zur Bergung des Radladers wurde die Berufsfeuerwehr Mannheim mit einem Kranwagen angefordert. Nach Rücksprache der Einsatzleitung mit den beteiligten Kräften wurde entschieden den Radlader mit der gefüllten Gashochdruckleitung zu bergen. Zu dieser Maßnahme entschieden sich die Sachverständigen nach der Sichtung der Einsatzstelle, da die Entleerung der Leitung 8 Stunden gedauerte hätte und dies ein Gasausfall für die umliegenden Städte und Gemeinden bedeutet hätte.

Nachdem die Einsatzstelle gesichert war, wurde die Bergung mit dem Kranwagen der Berufsfeuerwehr Mannheim vorgenommen. Mit dem Kran wurde der Radlader aus der Grube gehoben und auf ein landwirtschaftliches Grundstück gesetzt. Nach der Bergung begann die Firma Diringer und Scheidel mit der neuen Ausschachtung der Baugrube, damit die MVV die Reparatur der Absperrspindel an der Gashochdruckleitung am Sonntag durchführen konnte. Die Feuerwehr Weinheim konnte den Einsatz gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Mannheim um 8 Uhr beenden und die Einsatzstelle der Polizei Weinheim übergeben.

 

Weinheim ist am Kerwe Sonntag knapp einer Katastrophe entgangen. Hätte sich die 34bar Gashochdruckleitung entzündet, wäre eine bis zu 100 Meter Hohe Stichflamme zu erwarten gewesen. Durch die Strahlungswärme wäre es im Umkreis von 500 Meter aufgrund der Hitze nicht möglich gewesen an die Brandausbruchstelle zu kommen. Die Gebäude und die Bahnstrecke in der unmittelbaren Umgebung wären beschädigt worden und die Feuerwehr hätte nur die Möglichkeit gehabt eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

 

Die Umstände warum der Radlader in der Baugrube landete, sind Gegenstand der Ermittlungen der Polizei Weinheim.

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