Jahresbilanz 2018 – Mehr als 1100 Einsätze

6. Februar 2019 | Von

Ende Januar lud Kommandant Sven Lillig zum traditionellen Pressejahresgespräch. Gemeinsam mit seinen Stellvertretern Volker Jäger und Ralf Mittelbach unterstützt durch Feuerwehrsprecher David Kunerth stellte er die Jahresstatistik 2018 vor. Hier haben wir ihnen das Presseecho und die Jahresstatistik ganz unten im Bericht zusammengestellt.

 

Pressemeldung Stadt Weinheim:

 

Weinheimer Feuerwehr braucht Nachwuchs – Die Zahl der Einsätze ist auch 2018 auf Rekordniveau geblieben – Durchschnittsalter der Feuerwehrleute steigt

Weinheim. Jahrelang machte der Abwärtstrend um Weinheim einen Bogen, aber jetzt es auch hier nicht mehr zu übersehen: Die Freiwillige Feuerwehr – so einsatzstark sie im Moment auch noch ist – bekommt ein Nachwuchsproblem. Beim alljährlichen Pressegespräch zur Jahresbilanz sprach Ralf Mittelbach, der Stellvertretende Kommandant, erstmals von Zukunftssorgen und drohenden Personalengpässen in den nächsten Jahren, wenn der Trend nicht aufzuhalten ist.

Im zweiten Jahr hintereinander ist die Zahl der Aktiven gesunken: Jetzt von 316 auf 312 Kameradinnen und Kameraden. Eine weitere Zahl alarmiert die Feuerwehrführung noch mehr: Das Durchschnittsalter ist auf 39,5 Jahre gestiegen (von 38,6 im Vorjahr), daraus folgt, dass die Zahl der Atemschutzträger innerhalb eines Jahres von 152 auf 111 gesunken ist; manchen älteren Feuerwehrleuten ist die Belastung dabei zu hoch.

Mittelbachs Appell: „Weinheims Bevölkerung wächst, die Aufgaben der Feuerwehr wachsen, aber zu wenig neue und junge Bürgerinnen und Bürger interessieren sich für eine Mitarbeit bei der Feuerwehr.“

Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Die Jugendfeuerwehr bleibt bei rund 155 Mitgliedern stabil, die Kindergruppe ist sogar von 58 auf  69 angewachsen.

Das Dilemma trifft die Feuerwehr in einer Phase, in der sich die Zahl der Einsätze auf einem Rekordniveau stabilisiert. 1105 Mal war die Wehr im Jahr 2018 im Einsatz, das waren nochmal rund 200 Einsätze mehr als im Vorjahr. 919 Mal wurde die Wehr im Ernstfall gerufen, 186  Mal fanden Brandwachen zur Sicherheit einer Veranstaltung statt, ein Zuwachs hier ist die Folge des Landesturnfestes. Um die Einsatzschnelligkeit zu halten, wurde wegen der Baustelle in der Mannheimer Straße zeitweise auch eine erhöhte Einsatzbereitschaft im Feuerwehrzentrum vorgehalten.

Bei den Einsätzen handelte es sich in den meisten Fällen (271 Mal) um Technische Hilfeleistungen, 143 Mal um einen Brand. 175 Mal waren medizinische Nothelfer vor Ort gefragt – es gab aber auch 189 Fehlalarme; auch diese Zahl ist gestiegen.

Insgesamt waren die Weinheimer Feuerwehrleute in ihrer Freizeit für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger  rund 19 500 Stunden im Einsatz. 84 Personen konnten aus Notlagen gerettet werden – leider kam für elf Menschen aber auch jede Rettung zu spät. Zu den Einsätzen boten Weinheimer Brandschutzexperten ihr Fachwissen für 49 Brandverhütungsschauen und rund 100 Stellungnahmen zu Bauanträgen.

Auch Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Dr. Torsten Fetzner lobte das enorme Engagement der Freiwilligen Feuerwehr und die hohe Einsatzqualität der Weinheimer Einheiten. Wenn man für die freiwilligen Leistungen einen Bruttostundenlohn von 42 Euro annehmen würde, spart die Stadt im Verhältnis zu einer hauptamtlichen Feuerwehr rund 400 000 Euro im Jahr.

Mittelbach und sein Stellvertreter-Kollege Volker Jäger verwiesen auf die ständige Qualifizierung der Weinheimer Feuerwehr sowie die Ertüchtigung des Fahrzeugbestandes. Und schon jetzt ist abzusehen, dass die Brandschützer auch im aktuellen Jahr 2019 nicht ausruhen können. Dass dieses Jahr für die Weinheimer Wehr denkbar traurig begonnen hat, zeigt in der Stimmung der Mannschaft noch seine Wirkung: Am 31. Januar ist der langjährige Kommandant Reinhold Albrecht überraschend verstorben.

Quelle: Stadt Weinheim, Presssprecher Roland Kern

 

Pressemeldung Weinheimer Nachrichten vom 30.01.2019:

 

 

Pressemeldung Rhein-Neckar-Zeitung vom 31.01.2019:

 

 

 Pressemeldung Weinheimer Woche vom 06.02.2019:

 

 

Pressemeldung Feuerwehren Metropolregion Rhein-Neckar vom 01.02.2019:

Jahrespressegespräch der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim: „Wir haben große Zukunftssorgen“ / insgesamt 1.105 Einsätze im letzten Jahr 2018

Weinheim – Großes Stadtgebiet mit mehreren Ortsteilen, Autobahnen, Bundesstraßen, Industriegebiet und die direkte Lage zur hessischen Grenze: Die Aufgabenvielfalt der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim ist daher sehr groß und beansprucht daher die Einsatzkräfte. Alleine im Jahr 2018 waren die Ehrenamtlichen der sechs Abteilungen bei insgesamt 1.105 Einsätzen gefordert. Das ist damit die zweithöchste Zahl, die jemals verzeichnet wurde. Doch die Hilfsorganisation der Zwei-Burgen-Stadt hat große Zukunftssorgen. Beim traditionellen Jahrespressegespräch stellten Kommandant Sven Lillig zusammen mit seinen Stellvertretern Ralf Mittelbach und Volker Jäger sowie Dr. Torsten Fetzner, Erster Bürgermeister der Stadt Weinheim, die Jahresstatistik vor. Ebenfalls gingen sie auf die aktuelle Situation ein. Der Wunsch: Vor allem mehr Menschen, die sich bei der Feuerwehr engagieren. Somit könnten die Aufgaben „auf einigen Schultern mehr verteilt werden“. Demnächst stehen zudem Fahrzeuganschaffungen und weitere Investitionen an.

Die Abteilungen Stadt, Sulzbach, Lützelsachsen-Hohensachsen, Oberflockenbach, Rippenweier und Ritschweier mussten im vergangenen Jahr insgesamt 1.105 Mal ausrücken. Im Vorjahr waren es 995 Einsätze. Sieht man sich die Einsatzstatistik bis 1986 an, fällt auf, dass die Zahlen auf längere Sicht nach wie vor am Steigen sind. Am meisten Einsätze gab es mit 1.133 Stück im Jahr 2016. „Ein Dank möchten wir an dieser Stelle an die Werkfeuerwehren Freudenberg und Naturin sowie an die Umlandfeuerwehren Hemsbach, Laudenbach, Hirschberg, Viernheim, Birkenau und Gorxheimertal für die gute Zusammenarbeit aussprechen“, sagte Kommandant Sven Lillig. Landesgrenzen gibt es bei der Feuerwehr nicht – große Einsätze werden meist gemeinsam geleistet. Als Beispiel für 2018 nannte der stellvertretende Kommandant, Ralf Mittelbach, die Unterstützung bei einem größeren Feuer im Gorxheimertal, beim Brand im Feuerwehrgerätehaus in Birkenau oder die Pferderettung in Viernheim. Bei der Gesamtzahl der Einsätze sind 186 Brandsicherheitsdienste (Vorjahr 137) inbegriffen, wobei die Kräfte bei zahlreichen Landesturnfest-Einzelveranstaltungen vor Ort waren. Ebenfalls waren es 143 Brandeinsätze (128) und 271 (270) technische Hilfeleistungen und 189 (160) Fehlalarme sowie 175 Helfer vor Ort-Notfälle (Erstversorgung) sowie 87 sonstige Einsätze. Die Weinheimer Angehörigen der Psychosoziale Notfallversorgung (Seelsorge) rückten 42 Mal aus.

Zeitweise besonderes Konzept wegen Großbaustelle

Eine Herausforderung im Oktober stellte die Baustellensituation in der Mannheimer Straße (B 3) dar. Knapp vier Wochen musste im Feuerwehrzentrum eine „Sonder-Wache“ eingerichtet werden. „Aufgrund der Staus im Feierabendverkehr -wenn wir nicht mehr auf hauptamtliche Kräfte zurückgreifen können- hatten unsere Einsatzkräfte von zuhause aus sehr lange Anfahrtszeiten, weil sie nicht durch kamen“, berichtete Mittelbach. Deshalb entschloss man sich dazu, dass mehrere Feuerwehrangehörige auf der Wache ab 17 Uhr in Bereitschaft blieben, um im Ernstfall umgehend die Einsatzfahrzeuge zu besetzen und schneller an der Einsatzstelle sein zu können. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und weiteren Behörden konnte eine Lösung gefunden werden. „Derzeit besteht kein akuter Handlungsbedarf, aber womöglich wieder, wenn der Verkehrsfluss im Zuge der weiteren Bauabschnitte geändert werden muss“. Trotz der Umstände -generell nimmt der Verkehr immer mehr zu- konnte die Weinheimer Feuerwehr ihre reine Fahrzeit von den Wachen bis zur Einsatzstelle verbessern – von 4,39 Minuten (2014) auf 4,18 Minuten. Waren es im Vorjahr 2017 noch rund 13.000 Einsatzstunden, stieg die Zahl in 2018 auf 19.496 an.

84 Personen konnten bei den Einsätzen durch die Feuerwehrleute gerettet werden. Für elf Menschen kam jedoch jede Hilfe zu spät. Sechs Kameraden verletzten sich leicht, sie knickten etwa mit dem Fuß um oder klemmten die Finger ein. „Das Thema Unfallverhütung steht bei uns an erster Stelle, aber solche Sachen können immer passieren. Der Feuerwehralltag ist nun einmal gefährlich“, betonte Ralf Mittelbach. Über das Jahr verteilt erfolgen darüber hinaus Beratungen für Architekten und Bauherren im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes, die Begleitung von Räumungsübungen, darunter in Schulen und Firmenbetrieben, die Prüfung von Feuerwehrplänen und ganz wichtig die Brandschutzerziehung in Kindergärten, Schulen und sonstigen Einrichtungen. Besonders stolz sein darf die Weinheimer Wehr auf das Team Öffentlichkeitsarbeit, das die Medienvertreter in lobenswerter Form mit Texten und Fotos versorgt und auch den Kontakt zur Bevölkerung hält. Immer mehr Zugriffe gibt es auf der Facebook-Seite und auf der Homepage.

Neun hauptamtliche Kräfte in Weinheim

Allgemein bekannt ist der bundesweite Trend, dass sich immer weniger Menschen ehrenamtlich für die gute Sache engagieren wollen. Bei der Feuerwehr ist das ganze nochmals mit deutlich höheren Anforderungen und Belastungen verbunden, als beispielsweise in einem Verein. „In Weinheim blieben wir davon weitestgehend verschont, doch die Zahlen bei den Aktiven gehen nach unten. Ein Grund ist die Abschaffung der Wehrpflicht und des Zivildienstes. Wir haben große Zukunftssorgen und wünschen uns einfach, dass sich mehr Leute ehrenamtlich engagieren“, hob das Kommando hervor. In allen Abteilungen waren es zum Jahresende insgesamt 312 Aktive, davon 39 weibliche Kräfte. 2017 zählte die Einsatzabteilung noch 316 Frauen und Männer. Mit 156 Mitgliedern blieb die Zahl der Jugendfeuerwehr (JF) konstant und die Kindergruppe der JF erfuhr einen Zuwachs – von 58 auf 69 Kinder. „Die Feuerwehr Weinheim ist keine Berufsfeuerwehr, hat aber neun hauptamtliche Einsatzkräfte, aufgegliedert in Verwaltung und Einsatzplanung, Schlauchwerkstatt, Atemschutzwerkstatt, Kfz-Werkstatt und Elektrowerkstatt“, so Mittelbach. Durch eine Änderung der Verwaltungsvorschrift zum 1. Januar 2018 kam ein hoher Ausbildungsbedarf auf die Gruppe der Hauptamtlichen zu, weshalb in diesem Frühjahr die Stabsstelle zur Unterstützung eine Verwaltungskraft und eine auf zwei Jahre befristete Stelle als Feuerwehreinsatzkraft erhält. Bei den aktiven Kräften liegt das Durchschnittsalter bei 39,5 Jahren. Im Jahr 2017 waren es noch 38,6 Jahre.

Zu bedenken bei der Zahl der aktiven Feuerwehrleute ist, dass diese, insbesondere tagsüber, nicht alle verfügbar sind. „Viele arbeiten nicht in Weinheim, sondern in der Umgebung. Man kann sagen, etwa ein Drittel steht am Tag für Einsätze zur Verfügung“, erklärte der weitere stellvertretende Feuerwehrkommandant, Volker Jäger. Deutlich zurückgegangen (von 152 auf 111) ist die Zahl der Atemschutzgeräteträger, denn für diese Funktion braucht es ziemlich viel Ausdauer. „Einmal im Jahr steht eine Belastungsübung an, deren Anforderungen auch weiter nach oben gesetzt wurden“, sagte Kommandant Sven Lillig. Das ganze sei einfach eine gesundheitliche Belastung, wobei die erforderlichen Übungen in der Freizeit erbracht werden müssen – und diese fehlt immer mehr. 135 Feuerwehrangehörige haben die Führerscheinklasse C/CE zum Fahren der großen Feuerwehrfahrzeuge. Etwa fünf Führerscheinausbildungen der genannten Klasse werden im Jahr absolviert. Weiterhin gibt es 45 (Vorjahr 44) ausgebildete Gruppenführer, die die Verantwortung auf einem Fahrzeug haben, und 42 (40) Zugführer, die für den ganzen Löschzug verantwortlich sind.

Ausbildungen absolviert und Lehrgänge besucht

Seitens der Stadt Weinheim bedankte sich Erster Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner für das enorme Engagement: „Was hier geleistet wird, ist eigentlich nicht in Worte zu fassen. Unsere Feuerwehr braucht auch in Zukunft unsere tatkräftige Unterstützung“. Wenn man für die freiwilligen Leistungen einen Bruttostundenlohn von 42 Euro annehmen würde, spart die Stadt, im Verhältnis zu einer hauptamtlichen Feuerwehr, rund 400.000 Euro im Jahr. Das Freiwillige Soziale Jahr bei der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim findet auch 2019/20 Fortsetzung. Bewerbungen dazu liegen schon vor, es werden aber noch weitere angenommen. Viele Ausbildungen schlossen die Aktiven auch im vergangenen Jahr wieder erfolgreich ab – Grundausbildung, Atemschutz, Maschinist, Sprechfunker, Technische Hilfeleistung und Gruppenführer. Des weiteren blickte die Organisation auf Türöffnungsseminare und Ausbildungen an der relativ neuen Drehleiter zurück, genauso auf Ausbildungen der Ladekranführer, Rettungsdienstausbildungen und Lehrgänge für Jugendbetreuer und Betreuer der Kindergruppe. „Der Nachwuchs liegt uns sehr am Herzen, weshalb wir uns auch hier bei allen Verantwortlichen für das Engagement bedanken möchten“, sagten die Weinheimer.

Im Laufe des Jahres steht die Einführung des Digitalfunks bevor. Dieser löst den Analogfunk ab. Die Leitstelle Rhein-Neckar in Ladenburg wurde bereits mit der erforderlichen Technik ausgestattet. Betroffen bei den Weinheimer Feuerwehrabteilungen sind alle Fahrzeug und müssen dementsprechend umgerüstet werden. Im Jahr 2018 erhielt die Abteilung Lützelsachsen-Hohensachsen ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20). Vorgesehen für das aktuelle Jahr sind für dort und die Abteilung Stadt je ein Vorrausrüstlöschfahrzeug. Die Abteilung Sulzbach soll ein neues Löschgruppenfahrzeug erhalten. Vier Mannschaftstransportwagen stehen auch zur Anschaffung bevor und werden bedarfsgerecht an die Abteilungen verteilt. Investitionen sollen darüber hinaus beim Feuerwehrhaus in Sulzbach vorgenommen werden. „Geplant sind neue Hallentore, die Erneuerung der Absauganlage sowie Decken- und Treppenhaussanierungen“, sagte Mittelbach. Für das Feuerwehrzentrum (Abteilung Mitte) in der Bensheimer Straße laufen Überlegungen für den Einbau einer automatischen Brandmeldeanlage, die im Ernstfall frühzeitig ein Feuer erkennt. Immerhin stehen dort unter anderem mit den Fahrzeugen sehr hohe Sachwerte, die von wichtiger Bedeutung sind. Ein Gutachten soll sich mit dem Platzbedarf näher befassen. In der Stadt Weinheim -inklusive den Ortsteilen- leben derzeit rund 45.000 Bürgerinnen und Bürger.

Quelle: Feuerwehren Metropolregion Rhein-Neckar vom 01.02.2019 (Bild und Text: Daniel Klier, FW MRN)

 

 

Statistik der Feuerwehr Weinheim in Zahlen

Die Einsatzstatistik des Jahres 2018 findet man über unseren Link – Einsatzstatistik.

Wie viel Kosten die Freiwillige Feuerwehr Weinheim 2018 der Stadt gespart hat, findet man hier -> Link.

Bilder des Jahres 2018 folge dem  – > Link