Eine gute Basis für die Demokratie

16. Juni 2018 | Von

Weinheim. Das Bild einer uninteressierten, egoistischen und unpolitischen Jugend ist bei Erwachsenen weit verbreitet. Zu Unrecht, wie der vom Rotary Club Weinheim (RCW) dieser Tage zum dritten Mal vergebene „Jugend Hilft Award“ bewies. Mit dem Wettbewerb will der Rotary Club erreichen, dass noch mehr Kinder und Jugendliche durch das Vorbild der Preisträger begreifen, was es bedeutet, ehrenamtliche soziale Verantwortung für gesellschaftliche Probleme zu übernehmen, verdeutlichte RCW-Präsident Manfred Müller-Jehle bei der Übergabe der Geldpreise. „Wer früh lernt, dass er durch sein Tun etwas bewegen kann und sein Einsatz zählt, der wird für sich selbst wie auch für unsere Gesellschaft mehr Verantwortung übernehmen“, so Müller-Jehle.

Studien belegten, dass der individuelle Grad des Engagements von Erwachsenen mit positiven Engagement-Erfahrungen in ihrer Jugendzeit zusammenhängt. „Freude schenken und anderen helfen macht glücklich“, so Müller-Jehle. Deshalb sei es eine wichtige Investition in das soziale Kapital der Gesellschaft, wenn Heranwachsende möglichst früh an Formen des ehrenamtlichen Engagements herangeführt würden. Womit eindeutig belegt ist: „Die engagierten Kinder und Jugendlichen von heute sind die sozial eingestellten Erwachsenen von morgen“. Insgesamt elf Einzelpersonen und Gruppierungen waren vorgeschlagen, acht von ihnen von einer sechsköpfigen unabhängigen Jury für preiswürdig befunden worden. „Familie, Freundeskreis, Organisationen und Vereine sowie das Netz sind die Lebenswelten von Jugendlichen, in denen sie Beteiligung erfahren.

Was sie hier für Erfahrungen machen, prägt ihre Vorstellung von gesellschaftlicher Demokratie“, waren sich Sabine Leysieffer von der Unternehmensgruppe Freudenberg SE und Torsten Dämgen für die Volksbank Weinheim Stiftung mit den Rotariern einig: „Die Vielfalt der Projekte und die Einsatzbereitschaft dieser jungen Menschen ist beeindruckend“. Die Volksbank Weinheim Stiftung und Freudenberg SE hatten zusätzlich jeweils 1000 Euro für die Gewinner von Gruppenpreisen ausgelobt. „Der Rotary Club Weinheim setzt sich in vorbildlicher Weise für eine Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und die richtigen Werte bei Heranwachsenden schon von Kindesbeinen an ein“, lobte Oberbürgermeister Heiner Bernhard als Schirmherr des Wettbewerbs.

Das bürgerschaftliche wie das soziale Miteinander halte eine Stadtgesellschaft, „die mehr ist als nur eine Ansammlung von Menschen und Häusern“, zusammen. Dieser „Kitt“ und dieses „Miteinander“ würden mit Blick auf den demografischen und kulturellen Wandel künftig noch stärker gebraucht, so Bernhard.

Für eine funktionierende Gesellschaft sei es immens wichtig, dass „einer auf den anderen achtet“. Eine kommunale Verantwortungsgesellschaft funktioniere nur, wenn es Menschen gibt, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen: „Der Rotary Club Weinheim pflegt diese Kultur der Wertschätzung und regt entscheidend mit dazu an, Verantwortung zu übernehmen“. Wie Müller-Jehle, Leysieffer und Dämgen äußerte auch Bernhard den Wunsch, dass das vorbildhafte Projekt des RCW weitere Nachahmer findet. Die Preisträger hätten mit ihren Ideen und ihrem Einsatz die richtigen Antworten gegeben: „Wenn möglichst viele dieses lobenswerte Miteinander pflegen, bekommen sie vieles wieder zurück“.

Das Ensemble „Fingertips“ der Musikschule Badische Bergstraße unter der Leitung von Reinhard Fändrich umrahmte die Feierstunde mit musikalischen Beiträgen „mal klassisch, mal modern“. rcw

Jeweils ein Einzel-Preisgeld des Rotary Clubs Weinheim in Höhe von 500 Euro erhielten Mohamad Ayham Bargouth (18 Jahre) aus der Friedrich-Realschule, Thaddäus Stark (15) vom Privatgymnasium Weinheim und Hanna Katzer (18) aus dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium.

Ein 500 Euro-Sonderpreis ging an Marie Markmann (23) als „Junge Heldin“.

Mit einem RCW-Gruppenpreis in Höhe von je 1000 Euro wurden Jugendleiter Kevin Stiller und das Jugendrotkreuz des DRK Weinheim sowie die von David Kunerth geleitete Kinder- und Jugendfeuerwehr Weinheim ausgezeichnet.

Ein weiterer, von der Unternehmensgruppe Freudenberg SE gestifteter 1000 Euro-Gruppenpreis ging an eine zehnköpfige Studentengruppe um Marilena Geugjes für das Schwimmprojekt mit Flüchtlingskindern „ma´an“ (arabisch: „Wasser“).

Über einen gleichfalls mit 1000 Euro dotierten Gruppenpreis der Volksbank Weinheim Stiftung freuten sich die Lebenshilfe /IKB-„Zeitschenker“ Celine Drieschner (18), Lenia Ebert (20), Nadine Gruber (19), Miriam Knauer (20) und Denis Maisner (19).

 

Quelle: Weinheimer Nachrichten vom 12. Juni 2018