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Auch die Baumriesen haben Durst

2. August 2018 | Von

Weinheim. Der großen Zeder im kleinen Schlosspark führt die Feuerwehr wöchentlich, über mehrere Tage verteilt, rund 2000 Liter Wasser zu. Bis Ende August haben alle Abteilungen im Stadtgebiet dafür einen Einsatzplan erstellt, um zu verhindern, dass der fast 300 Jahre alte Baum seine ausladenden, schweren Äste nicht mehr halten kann.

Nun wurde die Feuerwehr, Abteilung Stadt, auch vom Forstamt um Hilfe gebeten. Die Mammutbäume im Exotenwald zeigen erste Hitzeschäden und sollen ab heute ebenfalls bewässert werden. Diese Maßnahme erfolgte übrigens auch schon im Jahr 2004 über eine 500 Meter lange Schlauchstrecke. Das Wasser wurde von den Weinheimer Stadtwerken zur Verfügung gestellt. Es kam aus dem Hochbehälter am Holzweg. Rund fünf Kubikmeter Wasser sprühten damals pro Stunde über einen Zeitraum von zwei Tagen aus dem Schlauch.

Ein Baum schaffte es nicht

Die kontinuierliche, sanfte Beregnung von unterem Stammbereich und direktem Baumstandort erwies sich als sinnvoll, weil das Wasser langsam das umliegende Wurzelreich befeuchtete. Ein Jahr zuvor hatte die Feuerwehr im Jahrhundertsommer 2003 mit einer schnelleren Zufuhr von 10 000 Litern in kürzerer Zeit weniger Erfolg, weil das Wasser wegen der Steillage teilweise abfloss.

Die beiden hintereinander folgenden, extrem trockenen Sommer, hatten zwei Jahre später übrigens Folgen: Im Januar 2006 verlor der Exotenwald dadurch den ersten der 1873 von Christian Freiherr von Berckheim gepflanzten Bergmammutbäume.

Trockenheit und Brandgefahr sind in diesen Tagen zentrale Themen bei der Weinheimer Feuerwehr. Erfreulich für die Abteilungen ist das Verhalten vieler Mitbürger, die sich mit Fragen bezüglich der Brandvorbeugung an ihre Feuerwehr wenden. So wurde in den vergangenen Tagen zum Beispiel vorsorglich nachgefragt, ob man trockenen Grünschnitt im Garten verbrennen kann.

Das klare „Nein“ als Antwort bezieht sich auf die aktuelle Flächen- und Waldbrandgefahr. Nach wie vor schwankt es zwischen der höchsten Stufe 5 und zweithöchsten Stufe 4. „Eine Besserung ist auch in den kommenden Tagen nicht zu erwarten. Selbst wenn ein Gewitterguss kurzzeitig für etwas Entspannung sorgen würde, wäre der Gefahrenindex ohne längeren Regen nach 1 bis 2 Tagen auf der hohen Gefahrenstufe“, erklärt Ralf Mittelbach, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim, Abteilung Stadt.

Störend findet die Feuerwehr die Anfragen nicht, weil sie helfen, Bränden vorzubeugen und zu verhindern. Dass die Hitze brandgefährlich ist, machte am Montagnachmittag ein Flächenbrand deutlich, bei dem die Abteilungen Ritschweier, Rippenweier und Oberflockenbach im Ortsteil Rippenweier löschen mussten.

Löschwasser-Reserven

Und auch in diesem Punkt erfährt die Feuerwehr Unterstützung von den Bürgern. Für die Brandbekämpfung in Wäldern und Feldern ist Löschwasser unverzichtbar. Das ist dort aber ohne Hydranten nicht so einfach zu bekommen. In Oberflockenbach und Lützelsachsen haben Bürger die Feuerwehr informiert, dass sie im Brandfall ihre eigenen Wasserreserven zur Verfügung stellen. „Solche Informationen können im Ernstfall sehr wichtig sein“, sagt Mittelbach.

Auch beim Thema Feuerwerk erfreut die Wehr umsichtiges Verhalten, nachdem sie vor Wochen bereits das Abbrennen von großen Feuerwerken auf der Wachenburg wegen der Waldbrandgefahr geärgert hatte. Nun wurde auf ähnliche Vorhaben verzichtet. Mittelbach: „Wenn das sicher auch für den einen oder anderen ärgerlich ist, so ist es aufgrund der aktuellen Lage vernünftig.“

Aktuell ist die Brandverhütung besonders wichtig, um die Freiwillige Feuerwehr nicht noch mehr zu belasten. Die ehrenamtlichen Helfer sind bei Einsätzen und Übungsdiensten ohnehin schon kräftig am Schwitzen. dra

 

Quelle: Weinheimer Nachrichten vom 02.08.2018