Neun neue „Absturz“-Profis für den Rhein-Neckar-Kreis
22. Juni 2013 | Von Feuerwehr Weinheim
Immer öfter werden die Feuerwehren zu Einsätzen alarmiert, bei denen sie in absturzgefährdeten Bereichen arbeiten müssen, die sich in „höheren“ Lagen oder Tiefen abspielen: zum Beispiel das Abdichten von bei Unwetter abgedeckten Dächern oder beim Absägen von absturzgefährdeten Ästen.
Dabei kann im Einsatz oft mit einfachen Mitteln ein Unfall vermieden werden, wenn man sich der Gefahren bewusst ist und im Umgang mit den Gerätschaften geschult ist. Einige Feuerwehren haben sich deshalb einen speziellen Gerätesatz „Absturzsicherung“ beschafft, um auch bei anspruchsvollen Einsatzszenarien sicher arbeiten zu können.
Daher ist eine entsprechende Aus und Weiterbildung unabdingbar, da für den Feuerwehrmann eine gute Absturzsicherung lebensnotwendig ist. Zu diesem Zweck führt die Feuerwehr Rhein-Neckar-Kreis im Feuerwehrzentrum der Feuerwehr Weinheim Abteilung Stadt einen Absturzsicherungslehrgang durch. Stefan Kohl, Jörg Frank und Markus Ridinger Höhenretter bei der Berufsfeuerwehr Mannheim übernahmen die Ausbildung, die nach den modernsten Erkenntnissen gestaltet wurde. Im Theoriepart wurden, die Bestandteile, Einsatzzweck, Sicherheitsgrundsätze und Einsatzgrenzen dieser speziellen Schutzausrüstung erläutert. Im weiteren Verlauf wurden spezielle Knotentechniken, die bei Einsätzen in absturzgefährdeten Bereichen zum Einsatz kommen gelehrt. Im Einsatz legt ein Feuerwehrmann den Klettergurt an und bindet sich in das Sicherungsseil ein. Ein zweiter Mann stellt einen Sicherungspunkt her und sichert den vorgehenden Mann. Während des Aufstiegs werden mittels der Sicherungsschlingen in regelmäßigen Abständen Zwischensicherungen an geeigneten Festpunkten gelegt. Mit Hilfe der Klettersteigkarabiner kann sich der aufsteigende Feuerwehrmann an Leitern o.ä. seilunabhängig selber sichern. Verletzte Personen können mit Hilfe der mitgeführten Ausrüstung gesichert werden. Im Anschluss an die Theorie wird an zwei Tagen praktisch geübt.
Das Spektrum reicht hier von der Selbstrettung, über die Sicherung auf Dächern, bis hin zur Höhengewöhnungsübung mit Aufstieg auf die 30 Meter hohe Drehleiter, welche von der Feuerwehr Weinheim zur Verfügung gestellt wurde. Der senkrechte und waagrechte Vorstieg konnte auf dem Werksgelände der Firma Freudenberg in Weinheim praktisch geübt werden. Insgesamt neun Teilnehmer aus den Feuerwehren Rauenberg (Julian Haupt, Ondrej Fahle), Dossenheim (Gerd Schröder, Daniel Mair, Rafael Vadlejch), Wilhelmsfeld (Denis Bertich, Dominik Handl, Michael Reinhard, Weinheim (Jan-Philipp Stöppel) haben den Lehrgang erfolgreich absolviert.
Der Stellvertretende Kreisbrandmeister Axel Schuh dankte den Beteiligten sowie dem Ausbilderteam zum Abschluss für das gezeigte Engagement und wünschte stets ein unfallfreies Arbeiten mit dem Gerätesatz Absturzsicherung.
