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„Patient mit Herz-Kreislaufstillstand“. Feuerwehrsanitäter und Rettungsdienst reanimieren.

23. Oktober 2006 | Von

„First Responder“, Rettungsdienste und Feuerwehren der Metropolregion trainieren den Ernstfall. Praxistag Notfallversorgung der Feuerwehr Weinheim. Ein schwerer Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten „First Responder“, Rettungsdienste und Feuerwehren der Metropolregion trainieren den Ernstfall. Praxistag Notfallversorgung der Feuerwehr Weinheim. Ein schwerer Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person ereignete sich am Dienstag, 10. Oktober 2006. Hierbei arbeiteten Feuerwehr und Rettungsdienst selbstverständlich Hand in Hand, um den im Fußraum eingeklemmten Patienten zu befreien. Dieser Einsatz bestätigte erneut die Strategie der Weinheimer Feuerwehr eine entsprechende rettungsdienstliche Ausbildung in Form eines „Sanitätshelfer-Lehrgangs“ durchzuführen, um qualifizierte Hilfe auch von Seiten der Feuerwehr zu leisten. Bei diesem Verkehrsunfall unterstützten die „Feuerwehrsanitäter“ den Rettungsdienst in der medizinischen Versorgung und kümmerten sich um die leicht verletzten Personen. Dieser Einsatz läutete zufälligerweise den Praxistag „Notfallversorgung“ der Weinheimer Feuerwehrsanitäter am vergangenen Wochenende ein. Neben Feuerwehrangehörigen aus Weinheim und der Gemeinde Birkenau haben auch so genannte „Helfer vor Ort“ aus Wiesloch und dem Gorxheimertal teilgenommen. Die Aufgabe eines Helfers vor Ort, der auch „First Responder“ genannt wird, ist die medizinische Erstversorgung durch qualifizierte Hilfe zur Überbrückung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Die Ausbildung dieser Kräfte beinhaltet einen 80-stündigen Lehrgang und bietet eine weit höhere Qualifikation als ein normaler Erste-Hilfe-Kurs. Der Teilnehmerkreis wurde durch ausgebildete Rettungssanitäter und Rettungsassistenten der Organisationen der Johanniter-Unfall-Hilfe Viernheim, der Malteser Mannheim und Wiesloch sowie des DRK Gorxheimertal ergänzt. Die rund 50 Teilnehmer der Metropolregion Rhein-Neckar absolvierten gemeinsam diverse Übungsszenarien, um eine adäquate medizinische Patientenversorgung sicherzustellen und die organisationsübergreifende Zusammenarbeit zu intensivieren. „Der Patient, etwa 50 Jahre alt, hat einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Benötigen einen Rettungswagen und einen Notarzt. Reanimation eingeleitet“ lautete eine der Rückmeldungen der Feuerwehrsanitäter, als ein „Patient“ leblos aufgefunden wurde. Noch während die Kräfte den Übungsfall simulierten, meldete die Übungsleitstelle einer Rettungswagenbesatzung „realer Notfalleinsatz – keine Übung!“ und sofort wurde ein Rettungswagen aus dem Übungsgeschehen zu einem tatsächlichen Herz-Kreislauf-Stillstand in die Weinheimer Weststadt entsandt. Was eben unter der Beobachtung eines Tutors an einer Übungspuppe trainiert wurde, musste jetzt unter realen Bedingungen an einer leblosen Person durchgeführt werden. Die weiteren Notfallszenarien der Übung waren beispielsweise eine Amputationsverletzung der Hand durch eine Kreissäge, ein Schlaganfall in einem Fitnessraum und ein Sturz vom großen Feuerwehrturm. Für die Spaziergänger an den Weschnitz-Dämmen eines sonnigen Samstagnachmittags jedoch war neben den zahlreichen Rettungsfahrzeugen ein simulierter Verkehrsunfall vor dem Feuerwehrzentrum am spannendsten. Dabei war ein PKW in eine Betonmauer gerast und die Fahrerin hatte sich schwer verletzt. Feuerwehrsanitäter, Rettungsdienst und Feuerwehr lösten unter sorgfältiger Beobachtung zahlreicher Zuschauer diese Aufgabe des Übungsszenarios, um die schwer verletzte Person patientengerecht aus dem PKW zu retten. Hierzu wurde mittels einer Halskrause und des KED-Systems, einer Art Rettungskorsett, die Wirbelsäule der Verletzten immobilisiert, um eine weitere Schädigung bei der Rettung zu vermeiden. Während die Patientenmime auf einem Spineboard, ein spezielles Röntgen-durchlässiges Rettungsbrett, das ebenfalls zur Immobilisation und Rettung dient, gelagert wurde, meldete die Übungsleitstelle erneut einen Realeinsatz. Diesmal fuhr einer der Rettungswagen in das benachbarte Gorxheimertal zu einer bewusstlosen Person. Reinhold Albrecht, Stadtbrandmeister der Weinheimer Feuerwehr, dankte für die Unterstützung und den Einsatz von Übungsleiter und Fachberater Dr. Arnd Bublitz, Anästhesist und Leitender Notarzt in Mannheim. Albrecht würdigte die Arbeit der Feuerwehrsanitäter, die seit 2001 Bestandteil der Weinheimer Feuerwehr sind, sowie die damals begonnene grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Birkenau. „Bereits damals haben wir die „heutige“ Metropolregion Rhein-Neckar gelebt und haben uns durch die Landesgrenze zwischen Hessen und Baden-Württemberg nicht behindern lassen“, so Albrecht. Die Feuerwehrsanitäter seien ein wichtiges Glied der Weinheimer Feuerwehr, was durch zahlreiche Einsätze immer wieder bewiesen wird. Denn Maßnahmen und Übungen wie diese dienen einer professionellen Versorgung zum Wohle des Patienten. Text Martin Kotula / Ralf Michael. Weitere Bilder finden sie in der Bildergalerie auf der Hauptseite.